JahresrückblickeMeilensteine

Die absolute Hälfte 2026

Halbjahresbilanz 2026

📝 Halbzeit im Vinyl-Regal: Die stärksten Alben des ersten Halbjahres

Das erste Halbjahr liegt schon hinter uns – und was war das bitte für ein Ritt? Während die Musikindustrie im Netz oft nur noch in sterilen Algorithmen und mundgerechten TikTok-Schnipseln denkt, beweist die Realität auf den Plattentellern glücklicherweise das exakte Gegenteil: Die handgemachte Musik lebt, bebt und überrascht uns immer wieder aufs Neue.

Von intimen Blues-Vibrationen und unaufgeregter Gitarrenkunst über kauzigen Underground-Stahl bis hin zu völlig durchgeknalltem musikalischem Wahnsinn und tonnenschweren Riff-Gewalten – die ersten Monate des Jahres hatten alles zu bieten. Wir haben die Redaktions-Verstärker glühen lassen, den Staub von den Boxen gepustet und unsere persönlichen Highlights zusammengetragen.

Hier sind die 18 Alben, die uns im ersten Halbjahr am tiefsten bewegt, am härtesten erwischt oder einfach verdammt glücklich gemacht haben.

Ab in die fünf thematischen Kapitel – Humpen heben und Vorhang auf!

 

Kapitel 1: Die Unaufgeregten, Tiefgründigen & Schönen

Hier schlägt das Herz von erdigem Blues, intimer Gitarrenkunst und handgemachter Ehrlichkeit.

 

ZOH AMBA – Eyes Full

Bei allen heiligen Verstärkern – was für ein Prachtstück! ´Eyes Full´ ist eines dieser Alben, bei denen man breit grinst, den Becher hebt und plötzlich jedem erzählen möchte, dass Musik noch Wunder kann. Folk, Americana, Noise und Avantgarde tanzen Arm in Arm über dieselbe Wiese und keiner tritt dem anderen auf die Stiefel. Das ist mutig, wunderschön und herrlich eigen. Wer dabei keine Gänsehaut bekommt, sollte seinen Puls kontrollieren. Ein Album zum Umarmen, Feiern und sofort noch einmal von vorn hören. Jawohl! – (Michael Haifl)

🪵 Der Lagerfeuer-Koeffizient: 🔥🔥🔥🔥🔥 (Riecht nach purer Freiheit, Akustikgitarre und einem Hauch wunderschönem Chaos)

SNOWY WHITE – The Finishing Touch

Snowy hat vor Jahren die Reißleine gezogen und verzichtet seitdem auf Live-Auftritte, weil nach seinen eigenen Angaben die Finger nicht mehr immer das machen, was sich das musikalische Gehirn wünscht. Anders als viele Musiker im Netz ist er in Würde gealtert und hat mit ´The Finishing Touch´ vielleicht leider auch sein letztes Album veröffentlicht. Das wäre extrem schade. Denn, wie der Vorgänger, ist das Album gefüllt mit feiner Gitarrenmusik, intimen Bekenntnissen zur eigenen musikalischen Biografie und zur beunruhigenden Weltlage. Und das alles trotzdem – wie immer – unaufgeregt und auf höchstem musikalischem Niveau. – (Harald Pfeiffer)

👉 Klingt wie: Ein spätabendliches Gespräch mit einem alten Freund bei gutem Wein, während im Hintergrund eine butterweiche Stratocaster weint.

ERIC BIBB – One Mississippi

Eric Bibb ist ein Vorbild an Integrität, Empathie, Gelassenheit und hoher Begabung. Sein musikalisches Können und sein Gesang sind von großer Souveränität. Seine Texte sind voll Menschlichkeit, aber auch voller Wut, wenn diese Menschlichkeit von anderen mit Füßen getreten wird. Seine Interpretation des Blues ist zeitlos und von einer starken Bodenständigkeit und gleichzeitig hoher Imagination geprägt. Er gehört – ähnlich wie der von mir auch gepriesene Snowy White – zu der aussterbenden Art von Musikern, die das Sendungsbewusstsein haben, ihre Musik möglichst gut und leidenschaftlich zu spielen, ohne sich für irgendwelche Marketingstrategien zu interessieren. – (Harald Pfeiffer)

👉 Klingt wie: Eine warme, raue Veranda-Session im Mississippi-Delta, die gleichermaßen Trost spendet und die ungeschminkte Wahrheit spricht.

 

Kapitel 2: Der glorreiche Wahnsinn & das ganz große Entertainment

Dieses Kapitel gehört den Platten, die völlig aus der Reihe tanzen, unbändige Lebensfreude versprühen oder perfekten Unterhaltungswert bieten.

 

ANGINE DE POITRINE – Vol. II

Was zum mikrotonalen Teufel ist hier denn passiert? ´Vol. II´ hüpft, zappelt, explodiert und grinst dabei so frech, dass man automatisch mitlacht. Diese Platte hat mehr verrückte Ideen als andere Bands in ihrer gesamten Karriere und wirft sie mit einer Leichtigkeit durch den Raum, als wäre das alles das Normalste der Welt. Großartig! Hier wird nicht über Musik nachgedacht, hier wird sie gefeiert, geschüttelt, gerührt und mit beiden Armen in den Himmel geworfen. Ein komplett durchgeknalltes Freudenfest und vermutlich das fröhlichste Stück musikalischer Wahnsinn des Jahres. – (Michael Haifl)

🌀 #MikrotonalerWahnsinn | 🎪 #GenreZirkus | 🎉 #KonfettiImMoshpit

TEMPLE BALLS – Temple Balls

Mit ihrem gleichnamigen fünften Album haben die Finnen ihr eigenes Referenzwerk abgeliefert. Alles auf diesem Album klingt frisch, wild, energisch und stellt die Konkurrenz ins Abseits. Stilistisch wird hier eigentlich Melodic Metal mit fetten Power Metal-Akkorden geliefert, der selbst einen beschissen Tag wieder zum Erhellen bringt. Auch wenn Heavy Metal-Puristen hier verächtlich zucken, das nennt man perfektes musikalisches Entertainment. – (Jürgen Tschamler)

☀️ Der Stimmungs-Booster-Faktor: 🎸🎸🎸🎸🎸 (Zuckersüße Riffs mit maximaler Arschtritt-Garantie, die selbst übellaunige Puristen heimlich mitwippen lassen)

 

Kapitel 3: Kutten, Könige & Traditioneller Edelstahl

Klassischer Heavy Metal, rasanter Speed Metal, okkulte Hommagen und echter Underground-Stahl.

 

LUNAR SHADOW – The Pall Of A Past World

Jaja, ich geb’s ja zu. Ich stehe auf kreative Köpfe, die sich einen Hundenapf voll um irgendwelche Erwartungen kümmern und sich in verschiedenen Stimmungen fernab von dem ausleben, was gerade Trend ist. Das nenne ich Underground und das machen LUNAR SHADOW nun schon vier Alben lang seit 2017. Was ist das verdammte Geheimnis ihres unvergleichlichen Stahls? Der Jazzer würde vielleicht sagen, dass sie die wichtigsten “Standards” des Metal mit ihrer ureigenen Vision von Melodie, Power als auch wunderschönen ruhigen Passagen dermaßen geschickt verbinden, sodass diese Schachtel Pralinen stets höchste Confiserigüte erreicht und den Hörer einfach nur sehr, sehr glücklich macht. Und “Mad” Max Birbaum singt diesmal rauer und geiler denn je. – (Less Leßmeister)

🌌 #UndergroundKult | 🍫 #EdelstahlConfiserie | ⚔️ #MelodischeVision

LEATHERHEAD – Violent Horror Stories

Schon mit ihrem ersten Album beeindruckten die Griechen massiv. Auf ihrem zweiten Album gehen sie ihren Weg konsequent weiter. Der euphorische Speed Metal kann selbst von hochgehandelten Ami-Bands nicht besser präsentiert werden. ´Violent Horror Stories´ ist ein echtes Statement in Sachen schnellem, speedigem Heavy Metal der alles andere als altbacken klingt, sondern neue Akzente setzt. – (Jürgen Tschamler)

⚡ #GriechenSpeed | 🩸 #HorrorMetal | 🏁 #HighSpeedStatement

DARKTHRONE – Prehistoric Metal

Ganz easy eine meiner Top-Nummern im ersten Halbjahr. Keinen Fußbreit Boden schenken sie den Trends, sondern basteln aus den gegebenen Inspirationen von 80er Black Metal, frühem Speedmetal, Uraltthrash, klassischem Doom Metal und Heavy Metal mit punkigen und crustigen, aber auch epischen 70s Rock Gewürzen ihre eigene Suppe und sind damit mehr Black Metal als die ganze satanistische Klirrknüppelklitsche. Kauzig und stets heavy mit ureigenen Ausdruck bleiben die beiden Norweger sich selbst und ihren Fans treu. – (Pierre Cauchon)

🤘 Der Kauz- & Underground-Koeffizient: 🪵🎸🎸🎸🎸 (Ureigener, roher Norwegen-Stahl, der scheißt auf Trends und schmeckt nach feinstem 80s-Dreck)

LEX LEGION – Lex Legion

Jaja, ich geb’s ja zu. Ich stehe auf den einzig wahren King außer Elvis wie das Kind auf das erquickende Getränk aus Mutters Brust. Doch wenn der Diamantene das Studio seit 1999 (MF) bzw. 2007 (KD) meidet, ist es umso erfreulicher, wenn aktuelle als auch ehemalige Untertanen ohne die Inspiration des Meisters ihre eigenen Ideen als LEX LEGION aus der Gruft lassen. Jaja, ich weiß – es ist ein Sakrileg, doch entstanden sind die geilsten Songs für alle, die nie mit der einzigartigen Stimme des Königs warmgeworden sind. Hommagen an MERCYFUL FATE und KING DIAMOND sind lediglich die Zuckerlies eines einzigartigen Albums, welches weit mehr zu bieten hat und noch lange nachhallen wird. – (Less Leßmeister)

🕯️ Der Gruft- & Kronen-Koeffizient: 👑👑👑👑👑 (Okulter Classic-Metal-Kult in Perfektion – ganz ohne den, für Poser gewöhnungsbedürftigen Falsett-Gesang des Meisters)

CRUEL FORCE – Haneda

Drei Alben lang hat es gedauert, bis CRUEL FORCE ihren Stil so feinjustiert haben, dass sie mit ihrem vierten Album ´Haneda´ ihre musikalische Bestimmung gefunden haben. Der einstige Blackend Thrash ist nur ab und an zaghaft zu vernehmen, stattdessen suhlt man sich im kraftvollen Speed und Heavy Metal der Achtziger ohne dabei die Retrokiste auszuschlachten. Im Gegenteil, die Jungs klingen erfrischend aktuell und ihre Songs kommen umgehend auf den Punkt. Mächtig. – (Jürgen Tschamler)

Der 80s-Heavy-Speed-Faktor: 🎸🎸🎸🎸🎸 (Bester Kutten-Metal, der trotz Retro-Charme null verstaubt klingt)

TEMPLAR – Conquering Swords

Wenn eine Band TEMPLAR heißt und ihr Album ´Conquering Swords´ nennt, wird man nicht unbedingt mit Nu Metal gepiesackt. Diese Schweden haben eine der besten Platten für alle Gatekeeper da draußen, so wie mich, abgeliefert. Klingt 2026 nach 1984 und dabei dann so authentisch und erfrischend, dass man keine 42 Jahre dazwischen wähnt. Absolut echter und packend einprägsamer Heavy Metal, nicht mehr und nicht weniger, steht bei TEMPLAR auf dem Plan und diese Band kann allerhöchstens noch von TYRANN, ebenfalls Schweden, getoppt werden. – (Pierre Cauchon)

  • 🟢 Perfekt für: Überzeugte Gatekeeper, Traditionalisten und Liebhaber des puren schwedischen Heavy-Metal-Stahls der Marke Tyrann.
  • 🔴 Nichts für: Hörer, die modernen Nu Metal, weichgespülte Synths oder irgendwelche Trends des aktuellen Jahrzehnts erwarten.

 

Kapitel 4: Die Riff-Gewalten, Groove-Götter & Abrissbirnen

Die Abteilung für schwere Riffs, tonnenschweren Doom, kompromisslose Hardcore-Wucht und düsteren Southern-Groove.

 

CORROSION OF CONFORMITY – Good God / Baad Man

Kaum eine Band verkörpert für mich musikalische Unberechenbarkeit so sehr wie CORROSION OF CONFORMITY. Nach acht Jahren Pause gelingt ihnen mit ´Good God / Baad Man´ jedoch etwas Besonderes: ein Album, das sämtliche Facetten ihrer Geschichte bündelt und zu einem überraschend geschlossenen Ganzen formt. Sludge, Southern Rock, Psychedelic, Doom und Heavy Metal verschmelzen organisch, und jeder Song setzt eigene Akzente, doch gerade die stilistische Vielfalt macht den Reiz aus. Das Album wächst mit jedem Durchlauf und entwickelt eine beeindruckende Sogwirkung. Für mich ist ´Good God / Baad Man´ ein außergewöhnliches Rockstatement, das in seiner Vielschichtigkeit und Qualität weit über das aktuelle Musikjahr hinausragt. – (Marcus Köhler

  • 🟢 Perfekt für: Fans von ungeschliffenem Südstaaten-Groove.
  • 🔴 Nichts für: Liebhaber von glattgebügeltem Radio-Rock.

WARNING – Rituals Of Shame

Doom? Ja. Depression? Keine Spur. ´Rituals Of Shame´ ist so gewaltig, dass selbst Berge ehrfürchtig Platz machen. Diese Platte walzt alles nieder, was sich ihr in den Weg stellt, und zaubert dabei ein selig-beklopptes Grinsen ins Gesicht. So viel Herz, so viel Wucht, so viel Größe hört man vielleicht einmal in zehn Jahren. Patrick Walker hebt nicht einfach die Fahne des Doom – er rammt sie mit voller Wucht auf den Gipfel und bestellt gleich die nächste Runde. Ein Koloss. Ein Triumph. Ein Fest für alle Schwermetall-Seelen. – (Michael Haifl)

👉 Klingt wie: Eine kilometerhohe Steinlawine, die im majestätischen Zeitlupentempo ins Tal donnert, während man unten steht und jubelt.

CONVERGE – Love Is Not Enough

CONVERGE schaffen es auch nach all den Jahren, mich immer wieder aufs Neue zu packen – und ´Love Is Not Enough´ ist dafür der beste Beweis. Die Band konzentriert sich konsequent auf ihre größten Stärken und liefert ein Album, das mit kompromissloser Intensität, Präzision und ungeheurer Wucht begeistert. Kurze, dicht komponierte Songs verbinden rasenden Hardcore mit Sludge-Schwere, thrashiger Dynamik und genau den atmosphärischen Zwischentönen, die den Kompositionen zusätzliche Tiefe verleihen. Hier wirkt nichts überflüssig, jeder Moment sitzt. Gerade diese kompromisslose Fokussierung macht das Album für mich zu einem der eindrucksvollsten und nachhaltigsten Musik-Statements des bisherigen Jahres. – (Marcus Köhler)

💥 #HardcoreWucht | 🏗️ #SludgeSchwere | 🎯 #PräzisionsAbriss

POWERRAGE – Beast

Ein echtes Biest ist das neue Album von Ex-EXCITER-Boss John Ricci und ihrem Sänger ab den späten 90ern, Jacques Belanger. Letzterer geht hier richtig bestialisch ab und growlt mehr, als dass er singt und sirenenhaft screamt, aber es passt hervorragend und setzt der Brutalität des Albums noch die Krone auf. Es fühlt sich alles brachial, vielleicht etwas stumpf an, aber in der Tiefe lauern boshaft hymnische Songs, mit viel teuflischer Lust interpretiert. Heavier als die Hölle. – (Pierre Cauchon)

👹 #BestialischeBrutalität | 🌋 #HeavierAlsDieHoelle | 👑 #HymnischesBiest

CONVERGE – Hum Of Hurt

Ich hätte nicht erwartet, dass CONVERGE nur wenige Monate nach ´Love Is Not Enough´ bereits das nächste Ausrufezeichen setzen würden. Doch ´Hum Of Hurt´ schlägt bewusst eine andere Richtung ein und lebt weniger von brachialer Härte als von emotionaler Intensität. Die düstere Auseinandersetzung mit Schmerz, Verzweiflung und innerer Anspannung trifft dabei auf ein bemerkenswert vielschichtiges Songwriting, das Chaos, Sludge und atmosphärische Passagen eindrucksvoll miteinander verbindet. Für mich stehen ´Hum Of Hurt´ und ´Love Is Not Enough´ jedenfalls auf einer Stufe – zwei unterschiedlich ausgerichtete, aber gleichermaßen herausragende Alben, die eindrucksvoll zeigen, wie außergewöhnlich CONVERGE derzeit agieren. – (Marcus Köhler)

  • 🟢 Perfekt für: Liebhaber von düsterer Atmosphäre, emotionaler Tiefe und dichtem Sludge-Songwriting.
  • 🔴 Nichts für: Hörer, die nach dem Vorgänger nur auf den nächsten ununterbrochenen High-Speed-Hardcore-Abriss hoffen.

 

Kapitel 5: Die cineastischen Grenzgänger & Klangwelten

Hier verblassen Genres. Raum für filmische Düsternis, avantgardistische Tiefe und packende Atmosphäre.

 

LEILA ABDUL-RAUF – Andros Insidium

Düstere Musik hat mich schon immer angezogen und so ist die trostlose und bedrohliche musikalische Welt der Multiinstrumentalistin aus San Francisco mir durch Mark und Bein gegangen. Die dunklen Klänge auf ´Andros Insidium´ verbreiten aber nicht nur ein ordentliches Maß an Hoffnungslosigkeit, sondern sind auch von fragiler Schönheit und Anziehungskraft. Leila ist schon lange in ihrer eigenen spannenden, kreativen Musikwelt unterwegs und spielt bei ihrer Band VASTUM auch Death Metal. Hier gelingt ihr eine Fusion aus bombastischer Klassik, bedrohlichen elektronischen Versatzstücken und erstaunlichen gesanglichen Elementen, die von hoher Originalität ist. – (Harald Pfeiffer)

  • 🟢 Perfekt für: Liebhaber von cineastischem Dark Ambient, avantgardistischer Klassik und jener melancholischen Ästhetik, die unter die Haut geht.
  • 🔴 Nichts für: Hörer, die nach Gute-Laune-Hintergrundmusik suchen oder mit düsterer, experimenteller Atmosphäre fremdeln.

ELLI BERLIN – Elli Berlin

Jaja, ich geb’s ja zu. Ich stehe auf starke Damen, die ihre Eierstöcke voller Selbstbewusstsein tragen und in mir mit ihrer Kunst eine Mischung aus unterwürfigem Respekt und zügelloser Lust hervorrufen. War es 2008 das grandiose ‘Unheil!’, welches von der ÜBERMUTTER Luci van Org lautstark als emanzipiertes NDH-Pendant zu den harten Männern der Szene verkündet wurde, so tritt 2026 die NULL POSITIV Chanteuse ELLI BERLIN in diese immens großen Schuhe und füllt sie beachtlich souverän aus. Deutsche Texte treffen via markanter Stimme auf melodische Härte mit Hitpotenzial und ich sprüh’s auf jede Wand – neue Frauen braucht das Land! Elli führt sie mit starker Hand an. – (Less Leßmeister)

  • 🟢 Perfekt für: Fans von martialischer NDH-Härte, Null Positiv und Frauen mit absolutem Chefinnen-Vibe.
  • 🔴 Nichts für: Zartbesaitete Gemüter, die mit dominanten Vocals und harten deutschen Texten überfordert sind.

 

Zum Ausklang: Die Highlights von 2026 im schnellen Querverweis-Check

Ihr wollt noch mehr Orientierung oder sucht nach dem schnellen Überblick? Wenn ihr die folgenden Klassiker und modernen Meilensteine kennt und liebt, dann werdet ihr diese Highlights des ersten Halbjahres 2026 blind feiern:

  • Die Unaufgeregten, Tiefgründigen & Schönen: Wenn du ´The Freewheelin’´ (BOB DYLAN), ´The Wall´ (PINK FLOYD) oder den erdigen Blues-Sound von Peter Green im Blut hast, dann brauchst du unbedingt die neuen Alben von ZOH AMBA, SNOWY WHITE und ERIC BIBB.
  • Der glorreiche Wahnsinn & das große Entertainment: Wenn du bei ´Nonagon Infinity´ (KING GIZZARD & THE LIZARD WIZARD), dem Genie von Frank Zappa oder dem skandinavischen Party-Vibe von Battle Beast breit grinst, dann check das neue Material von ANGINE DE POITRINE und TEMPLE BALLS.
  • Kutten-Kult & Traditioneller Edelstahl: Wer bei ´Show No Mercy´ (SLAYER), ´Don’t Break The Oath´ (MERCYFUL FATE) oder dem schwedischen Traditions-Stahl von Tyrann abgeht, der suhlt sich mit CRUEL FORCE, LEATHERHEAD, LEX LEGION, LUNAR SHADOW, DARKTHRONE und TEMPLAR im perfekten Achtziger-Sound.
  • Die Riff-Gewalten, Groove-Götter & Abrissbirnen: Wenn du bei ´Deliverance´ (CORROSION OF CONFORMITY), ´Jane Doe´ (CONVERGE) oder ´Watching From A Distance´ (WARNING) schwach wirst, dann hol dir die brachialen Meilensteine von CORROSION OF CONFORMITY, CONVERGE, WARNING und POWERRAGE.
  • Starke Stimmen & Cineastische Abgründe: Wer bei ´Unheil!´ (ÜBERMUTTER) oder den düsteren, fragilen Welten von Chelsea Wolfe voll abtaucht, der muss zwingend in die intensiven Klangwelten von ELLI BERLIN und LEILA ABDUL-RAUF reisen.
 

 

🏁 Unser Fazit: Ein Halbjahr voller Ecken, Kanten und Herzblut

Blickt man auf diese 18 Platten zurück, bleibt vor allem eine Erkenntnis: Die besten Alben entstehen immer dann, wenn Musiker einen feuchten Kehricht auf fremde Erwartungen oder glattgebügelte Radio-Formate geben. Das Musikjahr hat bereits jetzt Meilensteine hervorgebracht, die noch lange nachhallen werden und weit über den Tag hinausragen.

Die Messlatte für die zweite Jahreshälfte liegt verdammt hoch. Aber wenn uns die ersten Monate eines gezeigt haben, dann, dass Musik eben immer noch für echte Wunder gut ist.

Und jetzt seid ihr dran: Welche Scheibe hat euer erstes Halbjahr dominiert? Wo habt ihr die Gänsehaut gespürt, und bei welchem Riff habt ihr die Nackenmuskulatur ruiniert? Schreibt es uns in die Kommentare – wir sehen uns am Lagerfeuer oder im Moshpit!

Eure SaitenKult`ler

 

 

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