
Wer bei MAIDENHEAD auf polierte Melodien und weichgespülten Modern Metal hofft, hat die Rechnung ohne ´Maximum Clonage´ gemacht. Die Truppe aus Massachusetts und Rhode Island wirft dem Hörer auf knapp 30 Minuten ein kompaktes Riff-Monster vor die Füße, das keine langen Anlaufzeiten kennt. Hier wird nicht herumlaviert. Hier wird noch ordentlich geprügelt und mit chirurgischer Präzision auf die Zwölf gezimmert.
Nach dem frostigen Auftakt ´Enter The Killing Floor´ reißen Zack Roberts und Vance Simmons mit ihren Gitarren die Schleusen auf. Rasende Thrash-Riffs, sägende Leads und abrupte Richtungswechsel greifen in ´Maximum Clonage´ wie Zahnräder ineinander. Die DNA von MEGADETH, DEATH, POSSESSED und SODOM ist deutlich vorhanden, doch MAIDENHEAD kopieren ihre Vorbilder nicht stumpf, sondern destillieren deren Gift zu einem eigenen, bissigen Gebräu.
Über diesem Riffgewitter thront Zeping „Bella“ Song, deren Stimme weniger singt als zuschlägt. Ihr trockenes Gebelle und ihre tiefen Growls besitzen genügend Dreck unter den Fingernägeln, um ´False Masked Hero´ und den marschierenden Nackenbrecher ´Death March´ ordentlich auf links zu drehen.
Für zusätzliches Saitengift sorgen Chris Poland und Glen Drover. Besonders Poland lässt in ´Kill Or Be Killed´ die Finger über das Griffbrett flitzen, als hätte man ihm Benzin ins Blut gekippt, während Drover ´False Masked Hero´ mit einem treffsicheren Solo veredelt. Rich Gray von ANNIHILATOR übernimmt auf den Tracks zwei bis sieben den Bass und sorgt gemeinsam mit dem aktuellen Tieftöner Lawrence Lee für ein ordentliches Fundament.
Und dann kommt ´Magia Obscura´, dessen finsterer Einschlag etwas Giftiges in die ansonsten hochdrehende Maschine träufelt. ´Burst Stream Of Destruction´ legt anschließend noch einmal nach, bevor ´Hasta La Proxima´ die Platte mit einem überraschend atmosphärischen Instrumental aus dem Ring trägt. Keine überflüssige Verlängerung, kein aufgeblasenes Finale. Schluss, bevor die Klinge stumpf wird.
Am Mischpult schließlich Randy Burns, dessen Erfahrung dem Album genau jenen trockenen Sound verpasst, der vielen modernen Produktionen längst abhandengekommen ist.
MAIDENHEAD servieren Old-School-Thrash und Death Metal mit ordentlich Biss, technischer Schärfe und genug Eigenblut, um nicht als bloße Nostalgieveranstaltung durchzugehen. ´Maximum Clonage´ ist ein Album für Leute, die Lautstärke, Schweiß und einen Nacken wollen, der am nächsten Morgen seine eigene Meinung vertritt.
(8 Punkte)



