
Sauna mit Soundtrack: VOIVOD bringen das Café Central zum Kochen
Puuhh… war das vor kurzem eine schweißtreibende Angelegenheit! Das schmucke „Café Central“ in Weinheim, einer meiner absoluten Lieblingsclubs der Region, verwandelte sich während des Gigs in einen regelrechten Brutkasten. Kein Fenster, keine Klimaanlage – und die paar Ventilatoren an der Decke hatten eher dekorativen als praktischen Nutzen. Nach wenigen Minuten lief der Schweiß in Strömen. Heavy Metal + Sauna – und das zum Preis von nur einem Ticket.

Der rund einstündige Auftritt der kanadischen Progressive Metal-Pioniere VOIVOD entschädigte allerdings für sämtliche Strapazen. Die Band lieferte eine leidenschaftliche, unglaublich druckvolle und gewohnt präzise Performance ab.

Kurzfristig musste Stammfrontmann „Snake“ die Tour aus familiären Gründen absagen. Als Ersatz sprang Ex-Sänger Eric “E-Force” Forrest ein, der aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit zwar immer wieder einen Blick auf den Teleprompter werfen musste, den Songs aber dennoch jede Menge Energie und Präsenz verlieh.

Dass VOIVOD auch nach mehr als vier Jahrzehnten zu den faszinierendsten Livebands des Metal zählen, bewiesen sie eindrucksvoll an diesem Abend. Auf große Showeffekte oder lange Ansagen verzichteten die Kanadier komplett und ließen stattdessen ihre ebenso eigenwillige wie technisch brillante Musik für sich sprechen.

Gitarrist „Chewy“ führt das musikalische Erbe des viel zu früh verstorbenen Piggy mit beeindruckendem Gespür fort, während Michel „Away” Langevin und „Rocky“ das unverwechselbare Fundament aus progressivem Thrash, schrägen Harmonien und spacigen Klanglandschaften legten. Eric Forrest fügte sich trotz der kurzen Vorbereitungszeit erstaunlich gut ein und verlieh besonders den Songs aus seiner eigenen Ära zusätzliche Authentizität.

Die Setlist spannte den Bogen nahezu über die komplette Bandgeschichte von frühen Klassikern wie ´Ravenous Medicine”, ´Tribal Convictions´ und ´Nuclear War´ bis hin zu späteren Stücken wie ´Obsolete Beings´.

Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzten schließlich das atmosphärische PINK FLOYD-Cover ´Astronomy Domine´ und die unverzichtbare Bandhymne ´Voivod´.

Nach der Show war ich zwar komplett durchgeschwitzt, völlig dehydriert und ziemlich erledigt – aber genau solche Konzertabende bleiben eben im Gedächtnis. Schließlich hatte ich VOIVOD zuletzt auf der ´Killing Technology´-Tour 1987 live erlebt. Fast vierzig Jahre später hat sich das Warten auf ein Wiedersehen definitiv gelohnt.
Setlist mit Albumzuordnung:
Encore:
– Astronomy Domine (Pink Floyd Cover)
– Voivod (War And Pain)



