
LEILA ABDUL-RAUF – Andros Insidium
2026 (20 Buck Spin) - Stil: Dark Ambient / Neo Classical
San Francisco Multiinstrumentalistin Leila Abdul-Rauf, die auch Sängerin und Gitarristin in der Death Metal-Band VASTUM (auch sehr empfehlenswert!) ist, legt ein beängstigendes Album vor. Seit ´Cold And Cloud´ 2013 hat sie ihren eigenen Stil entwickelt. Es klingt zunächst in dem langen Intro wie direkt aus der Vorhölle. Metallische Schläge, dann düstere Chöre. ´Stripped Before The Eye Of Death´ sorgt schon als Songtitel für eine Extra-Portion Gänsehaut. Auf dunkle musikalische Grundlagen legt sich der düstere Gesang von Leila, meistens in multipler Version.
´Eros Anima´ ist etwas einfacher zugänglich, durch so etwas wie wiederkehrende Ton- und Melodie-Folgen und fanfarenähnliche Harmonien. Was aber permanent bleibt, ist eine gewisse Düsternis und unterdrückte Aggression. Hier singt Leila gleichberechtigt zur gruseligen Musik im Vordergrund. Es gibt Einflüsse von VELVET UNDERGROUND und Elektronik. Immer wiederkehrende Fanfaren zwischen Gladiatoren-Filmmusik und Horror-Movie-Soundtracks.
Nach dem brummigen ´Senex Rule´ mit tiefen vokalistischen Basstönen von Gastsänger Gregory C. Hagan (auch bei VASTUM aktiv) zerschmettert ´Fracured Body´ mit okkulten Gesängen jegliches Wohlfühlklima. Der Titelsong erinnert gesanglich irgendwie an das beeindruckende Frühwerk von der Schweizer Künstlerin Anna Aaron (´I’ll Dry Your Tears Little Murderer´).
Zwei längere Titel beenden das Album sehr spannend. ´A Requiem For Ishtar´ ist nur noch einen schmalen Grat vom Wahnsinn entfernt. Auch hier setzt der variantenreiche Gesang von Leila Kristallisationspunkte zwischen Halbwelt und dem Reich des Hades. Einer der (vielen) Höhepunkte des Albums. ´Return To Anu´ ist ein gespenstischer, aber auch etwas “hellerer” Abschluss von ambitionierten 37 Minuten origineller Musik.
Das ist alles so spannend und faszinierend, dass mir nur eine hohe Wertung möglich ist. Auch wenn ich ehrlicherweise noch nicht den kompletten Zugang zu dem Album gefunden habe, so hat mich das Album von Anfang an fasziniert.
(8,5 Punkte)
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Pic-Credit: Sam Foster / Mirror Void



