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IRON KINGDOM – Shadows And Dust

2026 (Steel Shark Records) - Stil: Heavy Metal

IRON KINGDOM aus Vancouver haben sich in den letzten Jahren mit bewundernswerter Hartnäckigkeit durch die internationale Metal-Landschaft gespielt und legen nun mit ´Shadows And Dust´ bereits ihr sechstes Studioalbum vor. Während viele moderne Bands ihren klassischen Einflüssen bloß hinterherlaufen, besitzen die Kanadier mittlerweile genau jene Eigenständigkeit, die traditionellen Heavy Metal lebendig hält. Natürlich schweben bei den zweistimmigen Gitarren sofort Größen wie IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST, RIOT oder SAVATAGE durch den Kopf, doch IRON KINGDOM klingen mittlerweile entschlossener und vor allem hungriger denn je. Dazu kommt die Tatsache, dass das komplette Album erstmals im bandeigenen Studio entstand, wo Chris Osterman selbst an den Reglern saß und der Produktion einen erstaunlich kräftigen und detailreichen Klang verpasste.

Schon der Opener ´Defenders´ feuert mit seinen donnernden Doublebass-Attacken und den scharfen Leadgitarren aus allen Rohren. Max Friesen hämmert sich mit sichtlicher Freude durch die schnellen Passagen, während Chris Osterman seine hohen Vocals deutlich kontrollierter als früher einsetzt und den Song mit herrlich klassischen Screams krönt. Das anschließende ´Eternal Emperor´ stampft schwerer aus den Boxen und verbindet heroische Gitarrenläufe mit einem leicht düsteren Einschlag, der irgendwo zwischen KING DIAMOND und den melodischen Momenten späterer JUDAS PRIEST pendelt.

Mit ´Dreamless Sea´ baut die Band einen dunklen, bassgetragenen Heavy Metal-Song auf, dessen lange Gitarrenpassagen beinahe cineastische Bilder erzeugen. Stark gerät auch ´Deadhouse Gates´, das sich thematisch auf Steven Eriksons „Malazan“-Saga bezieht und musikalisch mit seinem galoppierenden Rhythmus und den hymnischen Gitarrenleads angenehm an Bruce Dickinson erinnert. Megan Merrick und Chris Osterman spielen sich hier hörbar gegenseitig nach vorne und liefern einige der stärksten Soli des gesamten Albums.

Bevor ´Blood And Steel´ mit marschierenden Drums und epischem Refrain fast schon Richtung klassischer IRON-MAIDEN-Epik schielt, rast ´Line Of Fire´ als kurzer Speed Metal-Kracher durch die Anlage. Gerade diese Spielfreude trägt das gesamte Album. Selbst komplexere Stücke wirken ehrlich und voller Energie eingespielt. Stark ist ohne Frage ebenfalls ´Shadow Of Time´. Hier verbinden IRON KINGDOM ihren melodischen Traditional Metal mit kleinen progressiven Ideen. Das folgende ´Dark Demands´ fällt deutlich härter aus, besitzt beinahe einen frühen US Metal-Biss und überrascht sogar kurz mit raueren Vocals von Chris Osterman.

Mit ´Starlight´ folgt anschließend ein typischer IRON-KINGDOM-Song im besten Sinne. Große Melodien, hymnischer Refrain und eine starke Gitarrenarbeit erinnern angenehm an die goldene Ära des melodischen Heavy Metal. Den krönenden Abschluss bildet schließlich das über sieben Minuten lange ´Sacred Fire´. Schon der Einstieg mit Western-Gitarre und leiser Klapperschlange erzeugt eine staubige Endzeit-Stimmung, ehe sich der Song zu einem mächtigen Metal-Epos entwickelt. Hohe Gesangslinien, mehrstimmige Chöre und lange Gitarrensoli – genau solche Stücke braucht klassischer Heavy Metal auch heute noch.

Nach zahllosen Tourneen, Besetzungswechseln und selbst nach einem schweren Unfall wirken IRON KINGDOM heute stärker denn je. Mit ´Shadows And Dust´ liefern sie genau jenes Album ab, das Traditionalisten seit Jahren herbeisehnen. Kraftvoll, melodisch, hymnisch und mitreißend gespielt, voller toller Gitarrenmomente und ehrlicher Leidenschaft für klassischen Heavy Metal. Wer IRON MAIDEN, RIOT, HELLOWEEN oder SAVATAGE liebt, sollte hier definitiv zugreifen.

Dazu passt auch die Veröffentlichung in allen Formaten sowie über “Steel Shark Records” mit Vinyl für Sammler.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/ironkingdomofficial
https://iron-kingdom.bandcamp.com/album/shadows-and-dust

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