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JIMI BARBIANI BAND – Still In Love

2026 (MIG) - Stil: Blues Rock / Rock

Jimi Barbiani und seine Band haben eine Vorliebe für klassischen Rock’n’Roll und knochentrockenen Rock mit rauen Gitarrentönen. Jimi sieht auf dem Cover aus, als wäre er auf der Payroll von Al Pacino bei “Scarface”. Diesen kleinen Scherz konnte ich mir nicht verkneifen. Nichts für ungut. Jimi hat schon viele, viele Jahre live Erfahrungen mit allen möglichen Musikerinnen und Musikern gemacht.

´I Miss The Rock’n’Roll´ zitiert zu Beginn Chuck Berry. ´We Must Dream´ ist ein Boogie mit viel Gitarrenspielereien und ein wenig ZZ TOP. Jimi hat einen klaren und feinen Gitarrenton. ´Spend Me Your Light´ verbindet Rock mit Blues, hier eher stärker zum ersteren neigend. Und dann wieder diese singende Gitarre, das passt sehr gut. Jimi Hendrix und Jeff Beck sind zwei seiner Vorbilder. Auch das höre ich bei diesem Song sehr gut. ´Going Lazy´ erinnert auch an klassischen Rock wie THE CREAM.

´Little Martha´ ist auf den Spuren der legendären Instrumentaltitel der THE ALLMAN BROTHERS BAND. Kein Wunder, hat den Song doch Duane Allman persönlich geschrieben (war aus meiner Erinnerung sein einziger allein geschriebener Song für die Band). Allerdings ist er von ziemlich kurzer Spieldauer. Der Gesang von Jimi, das muss ich leider konstatieren, kann nicht immer mit den Gitarrenkünsten mithalten, wie beim PRINCE-Cover ´Purple Rain´, das an sich eher verzichtbar ist. Auch ´As The Crow Flies´ (ursprünglich von Tony Joe White) kommt natürlich bei weitem nicht an die populäre Rory Gallagher-Version heran. Mit ´Silent Blues´ kommt auch der Slow Blues zum Zuge. An Abwechslung fehlt es dem Album nicht.

Auf seiner vierten Veröffentlichung (nach zwei Studio- und einem Live-Album) können Jimi und seine Band durch einen zeitlosen Sound und viele Gitarrensoli überzeugen. Der Gesang und das Songwriting kommen allerdings nicht immer ganz an die Gitarrenkünste heran.

(7,25 Punkte)

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