
SOCIAL DISTORTION – Born To Kill
2026 (Epitaph Records) – Stil: Punk`n`Roll
15 Jahre nach dem letzten SOCIAL DISTORTION-Album `Hard Times And Nursery Rhymes` und der Diagnose Mandelkrebs, den er besiegen konnte, melden sich Punk-Urgestein Mike Ness und seine Mannen mit einem neuen Album zurück. Konnte man schon auf dem letzten Album Abnutzungserscheinungen und eine Art Altersermüdung ausmachen, riss einen der vorab ausgekoppelte Song zum neuen Album `Born To Kill` aus der Schockstarre. Super, da ist er wieder, der alte urwüchsige, treffsichere, Up-Tempo Vintage-Gitarrensound und eine unüberhörbar verspührende Spiellust.
Nun, nach einigen Durchgängen des neuen Albums macht sich Ernüchterung breit. Der ausgekoppelte Vorabtrack ist das heisseste Eisen im Feuer des punkigen Nostalgietrips. Da kann man noch so lange das Album hören, dieser Song ist der Höhepunkt dieses Releases, knapp gefolgt von dem rauen `Never Going Back Again`, mit coolen Gitarrenparts und dem straighten `No Way Out`. Über die SOCIAL D. Interpretation des CHRIS ISAAK-Hits `Wicked Game` von 1990 kann man streiten. Die Nummer ist fluffig, recht handzahm und dennoch nice zu hören. Aber das Original ist unantastbar, da kann Ness noch so cool klingen wie er will.
Der Rest des Albums sind schlichte, wenig Neues bietende SOCIAL DISTORTION-Nummern aus dem Lehrbuch der Coolness und des sanften Mid-Tempos. Dass der Wiedererkennungswert des Stils gehegt und gepflegt wird, ist eher selbstverständlich und das liegt vor allem an den typischen Grooves und Ness` Gesang.
Jedoch muss ich wirklich gestehen, dass sich nach einigen Durchläufen gar eine Langeweile ausbreitet, das Bedürfnis, das Album einige Male hintereinander zu hören, verfliegt – leider. Mid-Tempo, nostalgiezerfressene Songs, denen der letzte Energieschub fehlt, prägen das Album. Dem kann man was abgewinnen, insofern man seine Ansprüche herunterschraubt, was Spritzigkeit, Energielevel und Geschwindigkeit angeht. Gerade in Sachen Geschwindigkeit ist das Album eher enttäuschend.
Zuviel Mittelmaß, zu wenig Spannungsgrad. In diesem Sinne, früher waren auch SOCIAL DISTORTION mal mehr als gepflegtes Mittelmaß und konnten überraschen. Die Zeiten sind vorbei.
(knappe 7 Punkte)
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