
CONVERGE – Hum Of Hurt
2026 (Epitaph) - Stil: Hardcore Punk/Metalcore/Noise Rock/Sludge Metal
Vier Monate nach ´Love Is Not Enough´ legen CONVERGE mit ´Hum Of Hurt´ bereits nach. Allein dieses Veröffentlichungstempo ist bemerkenswert, noch bemerkenswerter ist jedoch, wie unterschiedlich die beiden Alben ausgefallen sind.
Während der Vorgänger stärker im Metal verwurzelt war, bewegt sich ´Hum Of Hurt´ in Richtung dessen, was Jacob Bannon als „Emotional Hardcore“ bezeichnet – ein Album, das weniger auf unmittelbare Wucht als auf emotionale Entladung setzt.
Inhaltlich kreist das Album um das Phänomen des „Hum“, jenes rätselhafte tieffrequente Brummen, das weltweit immer wieder für Spekulationen und Berichte über psychische Belastungen sorgt. Converge deuten dieses Geräusch als hörbare Manifestation menschlichen Leidens. Entsprechend düster fällt die Grundstimmung aus.
Dennoch wirkt ´Hum Of Hurt´ nie selbstgefällig oder sensationsheischend. Die Band verarbeitet Verzweiflung, Wut und Erschöpfung mit einer Direktheit, die glaubwürdig bleibt.
Schon der Auftakt mit ´Slip The Noose´ und ´Doom In Bloom´ macht deutlich, worum es geht. Bannons Stimme ist ein einziges Bündel aus Anspannung und Zorn, während die Musik zwischen chaotischer Härte, schweren Sludge-Passagen und überraschend differenzierten Arrangements pendelt.
´It Only Gets Worse´ treibt die Intensität weiter nach oben und verbindet sie mit schrägen, beinahe jazzartigen Grooves. Überhaupt steckt in diesen Songs deutlich mehr kompositorische Raffinesse, als die rohe Oberfläche zunächst vermuten lässt.
Zu den stärksten Momenten zählt das über sechs Minuten lange ´Dream Debris´, das mit bedrohlichen Arpeggien, hypnotischem Rhythmus und kontrollierter Dynamik eine andere Seite der Band zeigt.
Das instrumentale ´It Used To Matter´ schafft anschließend den notwendigen Freiraum, bevor das Titelstück und das vernichtende ´Nothing Is Over´ das Album seinem eindrucksvollen Abschluss entgegenführen.
Mit kaum mehr als einer halben Stunde Spielzeit wirkt ´Hum Of Hurt´ konzentriert und zielgerichtet, und CONVERGE gelingt dabei das Kunststück, existenzielle Schwere mit außergewöhnlich starkem Songwriting zu verbinden. Das Ergebnis ist kein bloßer Nachzügler zu ´Love Is Not Enough´, sondern ein eigenständiges, herausragendes Werk.
(9 Punkte)
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(VÖ: 05.06.2026)



