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SACRED STEEL – Wargods Of Metal

1998/2026 (Back on Black) - Stil: Heavy Metal

Manchmal bestätigt ein zweites Album alles, was ein Debüt versprochen hat. ´Wargods Of Metal´ macht genau das. SACRED STEEL hatten mit ´Reborn In Steel´ bereits gezeigt, dass ihnen Trends völlig egal waren. Ein Jahr später legen die Schwaben nach, schärfen ihre Waffen und liefern eine Platte ab, die größer klingt, härter zuschlägt und trotzdem keinen Millimeter von ihrem Weg abweicht.

Das kurze Intro ´Blessed By The Gods´ öffnet kurzerhand die Tore zum Schlachtfeld, ehe der Titeltrack mit voller Wucht einschlägt. ´Wargods Of Metal´ gehört bis heute zu den stärksten Hymnen der Band. Bill Metoyers Produktion verpasst den Gitarren von Jörg M. Knittel und Oliver Grosshans deutlich mehr Druck als auf dem Debüt. Die Riffs sägen, die Twin-Leads brennen sich fest und Gerrit P. Mutz jagt seine Sirenenschreie kraftvoll durch die Boxen, als gäbe es kein Morgen.

Der größte Unterschied zum Vorgänger liegt genau dort. Gerrit klingt kontrollierter, ohne seine Wildheit einzubüßen. Er setzt seine hohen Schreie gezielter ein, wirkt in den dunkleren Passagen fast schon theatralisch und bleibt trotzdem dieser völlig durchgeknallte Frontmann, an dem sich seit Jahrzehnten die Geister scheiden. Wer mit glattgebügeltem Gesang groß geworden ist, wird auch diesmal mit allen Posern fluchtartig das Weite suchen. Alle anderen reißen die Faust hoch.

´Tonight The Witches Ride´ bringt eine finstere Stimmung ins Spiel. Das Tempo wird minimal gedrosselt, dafür wächst die Intensität und Atmosphäre mit jedem Takt. Danach gibt es mit ´Iron Legions´ keine Gnade mehr. Doublebass in fast endlosen Salven, messerscharfe Riffs und ein Refrain, der nach verschwitztem Underground riecht.

Mit ´Carnage Rules The Fields Of Death´ zeigt die Band endgültig, wie sehr sie den amerikanischen Power Metal der Achtzigerjahre verinnerlicht hat. OMEN, HELSTAR oder JAG PANZER schweben über dem Song, ohne dass SACRED STEEL zur Kopie werden. Diese Mischung aus Geschwindigkeit, Härte und hymnischen Gitarren beherrschten Ende der Neunzigerjahre nur wenige Bands.

Dann kommt ´Army Of Metalheads´. Wer SACRED STEEL kennt, kennt diesen Song. Eine stürmische Hymne für jede kleine Clubbühne, jedes Festivalzelt und jede verschwitzte Metal-Kneipe. Der Refrain funktioniert heute genauso gnadenlos wie 1998. Dass manche Wirrköpfe damals die Texte kritisierten, dürfte der Band herzlich egal gewesen sein. Solche Songs wollten sie schreiben.

Mit dem OMEN-Klassiker ´Battle Cry´ verneigen sich SACRED STEEL vor einem ihrer größten Einflüsse. Das Original bleibt unerreicht, trotzdem macht die Band den Song zu ihrem eigenen. Gerrits markanter Gesang gibt dem Klassiker einen völlig anderen Charakter, ohne ihm den Respekt zu nehmen.

Der heimliche Höhepunkt wartet dieses Mal mit dem epischen ´Dethrone The Tyrant King´. Über sechs Minuten lang wechseln heroische Passagen mit wuchtigen Angriffen, ehe das mitsingbare ´By Steel We Rule´ stampfend über das Schlachtfeld rast, ´Crusaders Of The Metal Blade´ ihrer damaligen Plattenfirma eine Hymne schenkt und ´Empire Of Steel´ das Eisen noch einmal zum Glühen bringt. Gerade ´Empire Of Steel´ gehört zu den aggressivsten Momenten der Platte.

Nach der kurzen Verkündigung ´Declaration Of War´ setzt ´Heavy Metal To The End´ den Schlusspunkt. Der Titel sagt bereits alles. Kein Experiment. Kein Kompromiss. Einfach voller Einsatz bis zur letzten Sekunde.

Mit Bill Metoyer hinter dem Mischpult gewann die Band hörbar an Wucht. Mehr Kraft, mehr Tiefe, und trotzdem bleibt genug Dreck im Sound, damit nichts steril wirkt. Dieser Spagat macht ´Wargods Of Metal´ so stark. Das Album klingt professioneller als sein Vorgänger, verliert dabei aber keinen Tropfen Herzblut.

Dass diese kompromisslose Underground-Band mit diesem Album sogar in der Vorauswahl für eine Grammy-Nominierung auftauchte, wirkt bis heute völlig surreal. Zwischen all den Hochglanzproduktionen standen plötzlich Songs wie ´Army Of Metalheads´. Allein diese Geschichte passt perfekt zu SACRED STEEL.

2026 kehrt ´Wargods Of Metal´ endlich auf Vinyl zurück. “Back on Black” veröffentlichen das Album als limitierte Ausgabe auf rotem Vinyl und bringen damit einen Klassiker zurück in die Regale, der jahrelang nur teuer auf dem Sammlermarkt zu finden war.

Viele Bands liefern nach einem starken Debüt eine sichere Kopie. SACRED STEEL machten das Gegenteil. ´Wargods Of Metal´ klingt erwachsener, abwechslungsreicher und selbstbewusster. Die Platte besitzt mehr Hymnen, mehr Dynamik und zahlreiche Songs, die bis heute jede Halle zum Kochen bringen.

Wenn ´Reborn In Steel´ der Schlachtruf war, dann ist ´Wargods Of Metal´ der Sieg auf dem Schlachtfeld. Ein True-Metal-Klassiker, der fast drei Jahrzehnte später immer noch mit derselben Wucht zuschlägt. Hör laut. Trag Leder. Heb die Faust. HEAVY METAL TO THE END.

Klassiker.

https://www.facebook.com/sacredsteelofficial

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