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SACRED STEEL – Reborn In Steel

1997/2026 (Back on Black) - Stil: Heavy Metal

1997 war Heavy Metal offiziell tot. Grunge hatte alles niedergewalzt, Nu Metal stand vor der Tür und selbst viele alte Helden kämpften ums Überleben. Genau in diesem Moment marschierten SACRED STEEL aus Ludwigsburg mit einer Platte los, die sich um Trends einen Dreck scherte. ´Reborn In Steel´ war kein Versuch, den Metal zu modernisieren. Es war eine Kampfansage.

Schon der Opener ´Metal Reigns Supreme´ macht klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Doublebass hämmert, die Gitarren von Jörg M. Knittel und Oliver Grosshans sägen sich durch jede Sekunde, während Gerrit P. Mutz lossingt, als hätte ihm jemand einen rostigen Nagel durchs Herz getrieben. Genau dieser einmalige Gesang spaltet seit fast drei Jahrzehnten die Szene. Die einen halten ihn für pures Gold, die anderen sind gottverdammte Poser.

Mutz klingt nicht geschniegelt, nicht angepasst für irgendeinen Radiomarkt, sondern gefährlich. John Cyriis, Bobby Blitz und eine Portion blanker Irrsinn treffen aufeinander. Dass er seine Leistung später selbst kritisch gesehen hat, ist fast schon ironisch. Gerade diese rohe Wildheit macht den Charakter dieser Platte aus.

Mit ´Battle Angel´ und ´Trapped In Hell´ feuert die Band zwei Speed Metal-Geschosse hinterher, die nach den goldenen Tagen von OMEN, JAG PANZER oder HELSTAR riechen. Keine Keyboards. Keine Trigger. Kein Plastik. Mathias Straub trommelt mit ordentlich Druck, Jens Sonnenberg hält den Laden zusammen und die Riffs schneiden tief.

Dann knallt ´True Force Of Iron Glory´. Für viele Fans bis heute die Hymne von SACRED STEEL schlechthin. Der Refrain schreit nach verschwitzten Underground-Clubs, Kutten, Nieten und erhobenen Fäusten. Diese Band meinte jedes Wort ernst. Keine Ironie. Kein Augenzwinkern.

Der Titeltrack ´Reborn In Steel´ fasst das Selbstverständnis der Band perfekt zusammen. Stampfende Riffs wechseln mit donnernden Attacken, während Mutz seine Stimme bis an die Belastungsgrenze treibt. Wer Heavy Metal als Religion versteht, findet hier seine Messe.

´Purified By Pain´ drückt zum nächsten außerordentlichen Mitsingpart das Tempo wieder brutal nach oben, ehe ´Sword Of The King´ als über sieben Minuten langes Epos zeigt, dass SACRED STEEL mehr konnten als Vollgas. Düsterer Einstieg, epische Atmosphäre, starke Gitarrenharmonien und genug Wendungen, damit keine Sekunde langweilig wird. Das ist der heimliche Höhepunkt der Platte.

Mit ´In The Mouth Of Madness´ rappelt es nochmals im Karton und gibt es einen Ausflug in Lovecrafts Albtraumwelten, ehe das räudige ´Kill The Deceiver´ und die mächtige Bandhymne ´Sacred Steel´ das Album standesgemäß beenden. Lederjacke an, Faust hoch, Bier in der Hand. Mehr braucht es nicht.

Was ´Reborn In Steel´ bis heute so stark macht, ist seine völlige Kompromisslosigkeit. Die Produktion ist rau, der Mix kantig und der Gesang alles andere als geschniegelt. Daher wirkt dieses Debüt ehrlicher als viele millionenschwere Produktionen seiner Zeit. Dass “Metal Blade Records” damals sofort zugriff, nachdem die Band lediglich ein schlichtes Demo verschickt hatte, spricht Bände.

2026 erscheint das Album endlich wieder offiziell als limitierte Clear-Vinyl-Ausgabe über “Back on Black Records”. Eine verdiente Rückkehr für einen Underground-Klassiker, der nie auf Massengeschmack zielte und genau deshalb Kult wurde.

Wer mit poliertem Power Metal aufgewachsen ist, dürfte an Gerrit Mutz verzweifeln. Wer US Power Metal der Achtziger, Speed Metal und ehrlichen Stahl liebt, wird diese Platte feiern, bis der Nachbar die Polizei ruft.

´Reborn In Steel´ ist kein Album für jeden. Es will auch gar nicht jedem gefallen. Es ist ein Schlachtruf aus einer Zeit, als Heavy Metal gegen das Vergessen kämpfte. Fast dreißig Jahre später klingt diese Scheibe immer noch wie ein erhobener Mittelfinger gegen jeden Trend. Genau so muss True Metal sein.

Kultklassiker.

https://www.facebook.com/sacredsteelofficial

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