
Acht Jahre nach ´For The Cause´ melden sich MADBALL mit ihrem zehnten Studioalbum ´Not Your Kingdom´ zurück. Gleichzeitig ist es die erste Veröffentlichung ohne den langjährigen Bassisten Hoya Roc.
Wer deshalb einen Bruch erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt: Die Band bleibt ihren Wurzeln treu, erweitert ihren Sound aber behutsam um neue Facetten. Freddy Cricien hatte bereits im Vorfeld angekündigt, bewusst neue Ideen zugelassen zu haben – ohne den typischen MADBALL-Charakter aus den Augen zu verlieren.

Schon der Opener ´Tethered´ macht klar, dass an Härte nichts eingebüßt wurde. Druckvoll, direkt und mit dem vertrauten Groove ausgestattet, knüpft der Song nahtlos an klassische MADBALL-Tugenden an. Doch ´Rebelude´ überrascht mit ungewohnten Klangfarben, darunter sogar dezent eingesetzte Pedal-Steel-Gitarre.
Solche Momente lockern das Album auf, ohne den Fluss zu stören. Statt auf Effekthascherei setzt die Band auf gezielte Akzente.
Mit ´Rebel Kids´, ´Stab Wounds´ und dem wuchtigen ´What Say You´ liefern die New Yorker genau die kompromisslosen Hardcore-Hymnen, die man von ihnen erwartet. Gleichzeitig zeigen Stücke wie ´Family First´ oder ´The Ride´, wie überzeugend die Band die Brücke zwischen ihrem klassischen Sound und einer etwas offeneren Herangehensweise schlägt.
LoFi-Einschübe aus dem Songwriting-Prozess, etwa in ´Life`s A Mural´, verleihen dem Album zusätzliche Tiefe, ohne den Hörfluss zu unterbrechen.
Über allem steht Criciens markantes Organ, das den Songs die nötige Entschlossenheit verleiht und zugleich für den hohen Wiedererkennungswert sorgt.
´Not Your Kingdom´ wirkt nie aufgesetzt modern, sondern wie eine konsequente Weiterentwicklung einer Band, die auch nach über drei Jahrzehnten noch etwas zu sagen hat. MADBALL sind zurück – und sie klingen, als wären sie nie weg gewesen.
(8 Punkte)
https://www.facebook.com/madballNYC
(VÖ: 24.07.2026)
Pic: Dave Causa



