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BLACK SABBATH – Seventh Star (40th Anniversary Edition 2026 Remaster)

1986/2026 (BMG Rights Management) – Stil: Heavy Metal / Hard Rock

Als die Platte 1986 erschien, stand sie von Anfang an unter keinem guten Stern. Zu viele Erwartungen. Zu viele Diskussionen um den Namen BLACK SABBATH. Zu viele Fans, die ein weiteres Kapitel der klassischen Doom-Metal-Geschichte hören wollten und stattdessen ein Album bekamen, das seine Wurzeln tief im Hard Rock, Blues und amerikanischen Melodic Metal vergrub.

Vierzig Jahre später wirkt die Situation völlig anders. Die brandneue schwarze Vinyl-Ausgabe der “40th Anniversary Edition” macht deutlich, wie sehr sich die Wahrnehmung dieses Albums verändert hat. Was einst als Außenseiter galt, wird heute von vielen Fans als eines der interessantesten Werke betrachtet, die Tony Iommi jemals veröffentlicht hat.

Dabei hilft natürlich die Tatsache, dass der Hörer inzwischen weiß, was ihn erwartet. Niemand legt ´Seventh Star´ auf, um ´Master Of Reality´ oder ´Heaven And Hell´ zu hören. Dieses Album lebt von seiner eigenen Identität. Von seiner Unangepasstheit. Von seiner eigenwilligen Mischung aus schwerem Hard Rock, amerikanischer Melodik und den unverwechselbaren Gitarren von Tony Iommi.

Die Geschichte hinter der Entstehung besitzt bis heute beinahe legendären Charakter. Ursprünglich war das Material als Soloprojekt von Tony Iommi gedacht. Im Hintergrund zog allerdings Don Arden die Strippen. Der berüchtigte Manager galt als einer der härtesten Geschäftsmänner der Branche und setzte alles daran, den Namen BLACK SABBATH kommerziell weiter auszuschlachten. So entstand schließlich jenes seltsame Konstrukt namens „BLACK SABBATH featuring Tony Iommi“, das bis heute wie ein Fremdkörper in der Bandhistorie wirkt.

Auch die Besetzung liest sich wie ein Zeitdokument der wilden Achtzigerjahre. Glenn Hughes befand sich damals auf einem kreativen Höhenflug, kämpfte privat jedoch mit massiven Drogenproblemen. Tony Iommi sprach später offen darüber, wie schwierig die Arbeit während der Sessions zeitweise gewesen sei. Dass Glenn Hughes auf dem fertigen Album dennoch eine der stärksten Gesangsleistungen seiner Karriere abliefert, wirkt rückblickend fast unglaublich.

Noch dramatischer verlief die anschließende Tournee. Die oft zitierte „Auseinandersetzung“, die zum Ausstieg von Glenn Hughes führte, war tatsächlich deutlich brutaler. Nach einem Streit hinter den Kulissen schlug Produktionsmanager John Downing dem Sänger ins Gesicht. Die Verletzungen im Nasen- und Halsbereich waren so schwerwiegend, dass Glenn Hughes seine hohen Gesangslagen nicht mehr bewältigen konnte. Die Tour geriet ins Schlingern und Ray Gillen musste kurzfristig übernehmen.

Solche Geschichten gehören zu jener rauen Ära des Heavy Metal, in der hinter den Kulissen oft mehr Dramatik herrschte als auf den Albumcovern. Interessant bleibt auch die Vorgeschichte der Songs. Lange bevor Glenn Hughes überhaupt ein Mikrofon in die Hand nahm, existierten komplette Demoaufnahmen mit Jeff Fenholt. Unter Sammlern kursieren diese Aufnahmen bis heute als berüchtigte „Star Of India Demos“. Dort begegnet man einer völlig anderen Version von ´Seventh Star´. Die Stücke klingen geradliniger, stärker im amerikanischen Arena-Rock verwurzelt und weit weniger bluesgetränkt. Erst Glenn Hughes verlieh dem Material jene Seele, die das Album bis heute so besonders macht.

Die neue 2026er-Ausgabe konzentriert sich erfreulicherweise auf die Musik und nicht auf künstliche Bonuspakete. Enthalten ist lediglich der bereits auf der limitierten 2026er “Record-Store-Day”-Version veröffentlichte ´No Stranger To Love (Single Remix)´.

Klanglich präsentiert sich das Remaster sauber und transparent. Glenn Hughes steht etwas stärker im Vordergrund als auf vielen älteren Pressungen. Die Gitarren von Tony Iommi wirken offener, doch Puristen werden ohnehin die rohe Wucht der Originalpressung bevorzugen. Das neue Mastering verfolgt einen anderen Ansatz und legt mehr Wert auf Transparenz als auf maximale Schwere.

Interessanterweise dürfte diese reguläre schwarze Pressung für viele Käufer sogar die bessere Wahl sein als die begehrte “Red-&-Black-Splatter”-Ausgabe vom “Record Store Day”. Während die Sammlerpressung vereinzelt wegen Nebengeräuschen, Staubrückständen und kleineren Qualitätsproblemen kritisiert wurde, läuft das klassische schwarze Vinyl deutlich ruhiger durch die Rille, auch wenn es ebenfalls nicht frei von Produktionsrückständen ausgeliefert wird.

Vierzig Jahre nach seiner Veröffentlichung steht ´Seventh Star´ längst nicht mehr im Schatten der großen BLACK-SABBATH-Klassiker. Die Platte hat ihren eigenen Platz gefunden. Einen Platz für Hörer, die Tony Iommis musikalische Abenteuer abseits der üblichen Erwartungen schätzen. Diese Neuauflage erinnert daran, wie viel Mut damals in diesem Album steckte. Und wie gut manche Außenseiter altern können.

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