
BLOOD RED SHOES – Stay Lonely
2026 (V2 Records / Bertus) – Stil: Indie Rock
Das britische Rock-Duo BLOOD RED SHOES mit Laura-Mary Carter (Gesang, Gitarre) und Steven Ansell (Gesang, Drums) wandelt mit seiner bewusst spartanischen Besetzung auf den Spuren von THE WHITE STRIPES. Entsprechend lassen sich auch klangliche Parallelen zu den amerikanischen Kollegen nicht überhören: Auf ihrem neuen Longplayer ´Stay Lonely´ bilden fuzzige Gitarren mit reichlich klingenden Obertönen und druckvolle Drums das Fundament, das gelegentlich durch elektronische Sound-Schnipsel und verfremdende Effekte erweitert wird.
Für die notwendige Abwechslung sorgen vor allem die beiden Stimmen, die solo oder gemeinsam agieren, wobei Laura-Mary Carter oft den tonangebenden Part übernimmt. In ´Get Back Into Myself´ klingt sie zunächst beinahe verletzlich, bevor der explosive Refrain die zuvor aufgebaute Zurückhaltung ablöst. Die elektronisch verfremdete Stimme von Steven Ansell bildet dabei einen reizvollen Kontrast zu den klaren, vergleichsweise zarten Vocals seiner Duettpartnerin.
´Don’t Say A Word´ schlägt anschließend eine fast schon indie-poppige Richtung ein, bevor quälende Gitarrentöne immer wieder für kleine Störungen im ansonsten eingängigen Klangefüge sorgen. In ´Screams´ übernimmt Steven Ansell die Leadstimme und erinnert mit seinem Gesang etwas an STEVE MILLER, wobei eine gehörige Portion britisches Pop-Flair hinzukommt. Auch das zackig groovende ´Two Weeks´ wird von Ansells Stimme getragen, während Laura-Mary Carters ergänzende Vocals für eine leichtfüßige Note sorgen.
Besonders überzeugend sind die Momente, in denen Laura-Mary Carters feine Stimme auf kantige, verzerrte Gitarren trifft. ´2020 On TV´ erinnert in dieser Kombination an eine auf das Wesentliche reduzierte Version eines GARBAGE-Songs. Auch ´Fire On Water´ funktioniert nach einem ähnlichen Prinzip und zeigt eindrucksvoll, wie wirkungsvoll der Kontrast zwischen melancholischem Gesang und rauer Gitarrenarbeit sein kann.
BLOOD RED SHOES beweisen mit ´Stay Lonely´, dass musikalischer Ausdruck nicht zwangsläufig eine Frage der Bandgröße ist. Trotz der reduzierten Instrumentierung wirkt das Album zu keiner Zeit minimalistisch. Dafür sorgen vor allem die beiden charakterstarken Stimmen, die variantenreiche Gitarrenarbeit und ein feines Gespür für Dynamik und wirkungsvolle Gegensätze.
(8 Punkte)
www.bloodredshoes.co.uk
https://www.facebook.com/bloodredshoes
(VÖ: 18.09.2026)



