
BOBBIE DAZZLE – Star Power
2026 (Rise Above Records) – Stil: Glam/Seventies/Hard Rock
2024 veröffentlichte die Britin BOBBIE DAZZLE mit `Fandabidozi` das Glam Rock-Album des Jahres. Ein Album voller großartiger, unverwechselbarer Songs mit einem Langzeitpotential, das es nur noch selten gibt. BOBBIE DAZZLE, zuvor eher bekannt als Sängerin von ALUNAH und ihrem richtigen Namen Sian Greenaway, hat mit ihrer musikalischen Vergangenheit komplett abgeschlossen. Mit ihrem neuen Album `Star Power` setzt sie ihre musikalischen Neigungen weiterhin konsequent um und liefert eine formvollendete Fortsetzung des Vorgängers…Stop! Nicht ganz und irgendwie doch. Ihr Debüt klang etwas farbenfroher, positiver und letztendlich auch spontaner. Nun ja, es war ja auch das erste Album, da klingt man immer spontaner. Auf ihrem Nachfolger wirkt sie anspruchsvoller, nicht ganz so farbenfroh und auch die Produktion wirkt etwas retrolastiger. Ihrer geliebten Flöte gesteht die gute Frau auch mehr Raum zu, was ihr wichtig ist, sieht sie sich doch als großer Fan des Retro-Prog-Rock Genres.

Während beim Vorgänger schon beim ersten Durchlauf nicht wenige Songs hängen blieben, muss man auf dem neuen Album zwei/drei Mal mehr hinhören, was sich letztendlich mehr als lohnt. Die Songs haben auch dieses große Potential, was aber erst mit ein paar Runden mehr kommt. Und dann klebt der Silberling auch im Player. Was ebenfalls zu erkennen ist, dass der zweite Teil des Albums unüberhörbar mehr Biss hat, was an einer flotten Hymne wie `Feel It Too` nicht zu überhören ist. Hier shreddert übrigens LITA FORD gekonnt mit. Mit `Planets Collide` haut man den „Hit“ des Albums raus, wobei, hier gibt es einige Stücke die Hitpotential entwickeln. DAZZLEs Faible für Bands wie THE SWEET, SUZI QUATRO oder auch DAVID BOWIE ist überall spürbar und dennoch kopiert die Dame keine dieser Legenden. Ihre Stimme steht über allem, markant, kraftvoll und absolut prägend. Das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“! Besonders bei etwas „anspruchsvolleren“, gediegeneren Stücken wie `The Passanger`. Wahnsinnig gut. Ein Stück wie dieses ist perfekt ausgearbeitet, hat viel zu entdecken, verbindet Glamstrukturen mit den erwähnten Retro-Prog-Rock Elementen. Letztendlich auch ein verdammter Hit.
Die totale Glamhitbombe schmeisst man mit `Take To The Streets` aufs Spielfeld. Ein Song der auch auf dem Debüt hätte stehen können. Welch ein gewaltiger Ohrwurm! Dicht gefolgt von dem fluffigen `Dirty Martini`. Simple aber hocheffizient. Mit dem Titeltrack eröffnet man das Album solide, aber nicht gewaltig. Auch wenn der Refrain, schön mit Orgel unterlegt, im Ohr hängenbleibt, sind es die eher proggigen Versatzstücke die hier aufhorchen lassen und klarstellen, man hat es nicht darauf angelegt eins zu eins das Vorgängeralbum zu kopieren.
`Star Power` ist ein würdevoller Nachfolger des brillianten Debüts, der etwas anspruchsvoller ausgefallen ist, aber dem grundsätzlichen Glamfaktor weiterhin genug Raum zugesteht. Für mich eines der Top-10-Alben des Jahres 2026.
(9 Punkte)

