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MELISSA AUF DER MAUR – Bass Womb Room: My ’90s 4-Track Demos x Field Recordings

2026 (Envision) - Stil: Indie Rock/Alternative Rock/Experimental

Das selbstbetitelte Debütalbum der früheren HOLE-Bassistin Melissa Auf der Maur schlug bei mir um die Jahrtausendwende ein wie eine Bombe. High-NRG-Rock mit ausgezeichnetem Songwriting, dazu live eine enorme Präsenz. Im schmucken „Atomic Café“ in München war Auf der Maur damals phänomenal gut, umso interessanter ist nun der Blick zurück auf eine ganz andere Seite dieser Musikerin.

´BASS WOMB ROOM: My ’90s 4-Track Demos x Field Recordings´ versammelt Aufnahmen, die Auf der Maur in den 1990er-Jahren auf Tour und zu Hause in Los Angeles mit einem Tascam-Vierspurrekorder einspielte. Sie verbindet diese Demos mit Field Recordings und der Ambient-Musik ihrer Kunstinstallation.

Das Ergebnis ist keine klassische Song-Sammlung, sondern eher eine Zeitkapsel aus Fragmenten, Erinnerungen und Momentaufnahmen.

´Active Heart´ eröffnet das Album mit dem nachgeahmten Pochen eines Herzens, das sich mit Schreien und dem Dröhnen einer Menschenmenge verbindet. Später tauchen Konzertmitschnitte von Billy Corgan und Courtney Love auf, verfremdet, verzerrt und von einer fast bedrohlichen Intensität.

In ´River’s Dream´ liest ein Kind ein Märchen, während ringsum Instrumente klingeln, ´Water Wars´ verbindet einen tropfenden Wasserhahn mit Gitarre und robotischen Synthesizern. Gerade diese alltäglichen Geräusche geben dem Album ihren eigenwilligen Charakter.

Dazwischen stehen ruhigere Stücke wie ´And The Next Day´, eine akustische Ballade mit der Intimität eines Tagebucheintrags, oder ´Desire Is Critical´, dessen hallender Gesang eine beinahe gespenstische Atmosphäre erzeugt. ´Sea Of Tranquility´ wiederum besitzt eine wunderschöne zentrale Melodie.

Nicht alles funktioniert gleichermaßen. Manche Stücke wirken skizzenhaft, ´Skip A Beat´ ist als Abschluss eher unerquicklich. Trotzdem ist die Konsequenz bemerkenswert, mit der Auf der Maur ihre musikalischen Möglichkeiten auslotet.

´BASS WOMB ROOM´ ist nicht immer leicht zugänglich, aber gerade dadurch ein ungewöhnlich persönliches Dokument einer Musikerin, die ihre Vergangenheit nicht rekonstruiert, sondern hörbar weiterdenkt.

(7,5 Punkte)

https://www.facebook.com/xMAdMx

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