
GODFLESH – Decay
2026 (Relapse) - Stil: Industrial Metal/Post-Metal/Experimental
´Decay´ ist voraussichtlich das letzte reguläre GODFLESH Studioalbum, und das Ende ist nicht ganz freiwillig ist. Nach mehr als 40 Jahren des Schreiens hat Justin Broadrick mit den Folgen einer Hernienoperation zu kämpfen.
Live wird es GODFLESH nicht mehr geben. ´Decay´, das zehnte Album der Band, steht damit zwangsläufig im Zeichen des Abschieds.

Musikalisch knüpft die Platte an die Pandemie-Sessions an, aus denen bereits ´Purge´ hervorging, geht aber einen etwas anderen Weg. Wo das Vorgängeralbum noch vergleichsweise geradlinigen Industrial Metal bot, wirkt ´Decay´ wie dessen böser Zwilling.
Die Songs sind stärker von Riffs geprägt und reichen zugleich zurück zu den frühen Bezugspunkten der Band, wie SWANS` ´Filth´ oder ´Atomizer´ von BIG BLACK, aber auch zu ´Streetcleaner´ und ´A World Lit Only By Fire´.
´Master And Slave´ eröffnet mit kalten Synthesizer-Stichen, der unnachgiebigen Drum Machine und Broadricks gequälter Stimme. ´Living/Ending´ bringt ein hartes Riff und herausgebellte Befehle, während ´Feral Colony´ das Tempo auf fiebrige Höhen treibt. ´Fodder´ schaltet dagegen einen Gang zurück, und ´Fear Of Man´ wirkt wie ein schleichendes Grauen.
Auffällig ist Broadricks Stimme. Seine alten gutturalen Bellows fehlen weitgehend. Stattdessen klingt er häufig ferner und ätherischer. Das nimmt den Stücken etwas von der körperlichen Wucht früherer GODFLESH-Alben, eröffnet ihnen aber eine andere Klangfarbe.
´Decay´ erreicht damit nicht die Konsequenz der großen Klassiker, ist aber ein solides spätes GODFLESH-Album mit einigen sehr starken Momenten. Als Abschied funktioniert es vor allem deshalb, weil die Band ihre eigene Sprache nicht verleugnet, sondern noch einmal konzentriert ausformuliert.
(7,5 Punkte)
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Pic: Kim Sølve



