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VANESSA JUNG – Full Steel

2026 (Independent) - Stil: Instrumental Rock

Wenn man sich durch die Geschichte des Instrumental-Rock wühlt, stößt man selten auf Debütalben, die eine so kompromisslose und ehrliche Sprache sprechen. Beim Erstlingswerk von VANESSA JUNG hört man von der ersten Sekunde an: ´Full Steel´ ist keine durchgestylte Fließband-Produktion aus dem Rechner. Es ist ein furchtloses, analoges Statement für das Gefühl einer echten Band.

Der Werdegang der 32-jährigen Gitarristin zeugt dabei von eiserner Disziplin. Als erste und bislang einzige Frau im Hauptfach E-Gitarre an der Popakademie Baden-Württemberg holte sie sich ihren Master, spielte über 300 Konzerte und erarbeitete sich ihren Platz in der Szene ganz ohne billige Klischees.

Während in der heutigen Musiklandschaft fast jede Note digital ins perfekte Raster geprügelt wird, ging VANESSA JUNG den steinigen, ehrlichen Weg. Zusammen mit Schlagzeuger Marc-Kevin König, Bassist Joshua Hoffmann und Live-Rhythmus-Gitarrist David Lippert, der am Mischpult saß, schloss sie sich im Studio ein. Die Rhythmusgruppe spielte die Songs zusammen live ein. Den prägenden und eher amerikanischen Ton lieferte dabei ihre James Trussart SteelDeville, deren Korpus aus rohem Stahl dem Album seinen passenden Namen schenkte.

´Astronomy Lessons´ knallt direkt als erster Vorgeschmack ins Gebälk. Ein messerscharfes Riff trifft auf klassischen Hard Rock, der bewusst auf protzige Griffbrett-Akrobatik verzichtet und stattdessen eine eingängige Melodie im Raum platziert. Bei ´Real Time´ übernimmt die Gitarre endgültig die Rolle einer Gesangsstimme. Ohne ein einziges Wort führt VANESSA JUNG durch das Stück und lässt Erinnerungen an die großen Momente legendärer Gitarrenzauberer wachwerden.

Das furiose ´Mobula Ray´ erhöht die Geschwindigkeit. Dichte Riff-Gewitter treffen auf weite Melodiebögen, bei denen Einflüsse des klassischen Hardrock/Metal durchblitzen, ohne dass der Song seine eigene Identität verliert. Das knackige ´Lights Out´ setzt auf wildere Tonfolgen, ehe ´It Lives!´ mit unbändiger Energie die Töne einzeln nach vorne peitscht.

Das vielschichtige ´Yllon´ überrascht mit starker Dynamik, bevor ´Child Of The Night´ mit schweren, fast traumwandlerischen Passagen aufwartet, die vom rauen Gesang von Josefin of Stealth Kid begleitet werden. Den Schlusspunkt setzt der epische Titeltrack ´Full Steel´. Ein Stück voller Wucht und dienlicher Virtuosität, das den musikalischen Bogen perfekt abrundet.

VANESSA JUNG beweist mit diesem Debüt, dass Instrumental-Rock nicht verstaubt oder verkopft sein muss. Ein rohes, leidenschaftliches Rock-Album voller Charakter. Ein Album wie aus einem Guss – ehrlich, erdig und mit einem Gitarrenton, der nicht lange um Erlaubnis fragt, sondern sich seinen Platz in den Gehörgängen einfach nimmt.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/vanessajung.guitar
https://www.instagram.com/vanessa_jung.guitar/


(VÖ: 4.09.2026)

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