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THE EXILES – Turning Time (30th Anniversary)

1996/2026 (Bad Reputation Records) - Stil: Blues Rock / Hard Rock

Das 1996 auf einem US-Indie-Label (die Band befand sich zu der Zeit in den USA) als SEAN MANNING & PAUL RAFFERTY – ´The Exiles´ veröffentlichte Album erscheint zum 30. Jubiläum neu remastered und mit fünf Bonustiteln. Außerdem wurde zu den Songs, die eher in Richtung Demo-Qualität gingen, einige neue Tonspuren hinzugefügt. Profis wie Keyboarder Jeff Jacobs unterstützten die musikalischen Ergänzungen.

Die Band orientierte sich 1996 an britischen Klassikern wie LED ZEPPELIN oder FREE und BAD COMPANY als die Grunge-Welle die USA überzog. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Das kann passieren.

Klingt der Opener ´Turning Time´ noch etwas beliebig, überzeugt aber durch das gute Zusammenspiel zwischen Gitarre und Gesang, so ist ´Rainmaker´ anschließend mit viel Power und Emotion ausgestattet. Sowohl Sänger Paul Rafferty (BONHAM), der sich stark an Paul Rodgers orientiert, als auch Gitarrist Sean Manning (HURRICANE) zeigen sich sehr motiviert.

´Soul Woman´ erinnert an THUNDER, die seit Jahrzehnten in eine ähnliche Richtung gehen. Auch THE CULT hat in diesem Song eine musikalische Schnittmenge mit ihnen. Nicht jeder Song hat volles Potenzial, aber insgesamt ist dieses Album ein vergessenes Juwel. Es hätte genauso vor 20 oder zehn Jahren erscheinen können. Denn diese Musik hatte zwar ihren Höhepunkt in den 70er-Jahren, aber ist – zumindest für mich – von zeitloser Güte.

Der ´Travelling Blues´ geht mit Mundharmonika noch ein wenig im Zeitstrahl zurück, ist aber etwas klischeehaft. ´Ain’t No Fool´ ist wieder eine spannendere Angelegenheit, der Song könnte auch von WHITESNAKE stammen, als die noch ihre ordentlichen musikalischen Roots hatten. ´Friend´ mischt das Beste aus unterschiedlichen melodischen Klassikern zusammen und kreiert etwas Eigenes.

´Richmond Castle Walk´ hat etwas Episches und huldigt LED ZEPPELIN und WHITESNAKE. ´Woman Let It Shine´ ist eine gute sanfte Hymne zum Schluss. Die Bonussongs fügen sich gut ein und sorgen noch für etwas mehr Volumen. ´Mission Bell´ (mit starker Gitarre à la Paul Kossoff) und die Ballade ´Soul Has No Home´ sind dabei die stärksten. Das sanfte ´Carry You Home´ ist ein gelungener Abschluss.

Das ist Musik, die ich immer gerne mag. Sehr solide und hat die Wiederveröffentlichung und Neuentdeckung auf jeden Fall verdient, auch wenn die Vorzeichen für ein Gehörtwerden 2026 auch nicht unbedingt besser sind als 1996.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/theexilesuk/

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