
LYNCH MOB – The Final Ride Live
2026 (Frontiers) - Stil: Hard Rock / Melodic Metal
2024 hat George Lynch mit seiner Band LYNCH MOB auf seiner letzten Tournee gespielt. 74 Minuten und 12 Songs sind davon hier auf CD und 11 auf DVD veröffentlicht.
Auch wenn LYNCH MOB darüber steht, ist mit ´Lightning Strikes Again´ der erste Song ein DOKKEN-Song. Denn mit DOKKEN und Alben wie dem famosen ´Tooth Or Nail´ oder ´Under Lock And Key´ oder dem Live-Album ´Beast From The East´ hatte George Lynch mit Don Dokken seinen größten kommerziellen Erfolg und war einer der einflussreichsten Gitarristen der 80er-Jahre.
Das sind absolute Klassiker des 80er Hair Metal (eigentlich viel zu gut für dieses unklare Genre) und stellen die Konkurrenz zum großen Teil in den Schatten. LYNCH MOB war zumindest mit dem 1990 veröffentlichten Debüt ´Wicked Sensation´ und dem nach der Band benannten zweiten Album auch noch ziemlich populär. Wenn auch spätestens das dritte Album ´Smoke This´ dann eher enttäuschte. Und – alle Live-Alben mitgezählt – ist diese Veröffentlichung die 13. der Band. Das sollte aber kein Unglück bringen.
Und das Album klingt sehr frisch und lebendig. Und nicht wie im Seniorenheim aufgenommen, obwohl George schon in den 70er Lebensjahren ist. Anders wie Don Dokken und viele Sänger, die gerade ihren noch wenig vorhandenen Ruf ruinieren, ist Gitarre spielen halt im Alter doch besser, als mit dem Teleprompter stocksteif am Mikrofon vorzutanzen. Das Verhältnis zu Don ist übrigens völlig zerrüttet. Das konnte ich erst kürzlich Aussagen von George entnehmen.
Songs wie ´No Good´ vom zweiten Album, selbst Neueres wie ´Caught Up´, klingen kraftvoll und inspiriert. Bei Songs wie ´Hell Child´, wieder vom Debüt oder ´Let The Music Be Your Master´ zeigt George, warum er als Gitarrist so wertvoll war und ist und sich von vielen “Hair Metal-Gitarristen” deutlich unterschied. Beim zweiten genannten Song darf er sich ausgiebig austoben, ohne in Ego-Trips zu verfallen.
Mit dem starken Sänger Gabriel Colon, Jaron Gulino (Bass) und Jimmy D’Anda (Schlagzeug) hat George eine schlagkräftige Band zusammengestellt, die ihn wirkungsvoll unterstützt.
Mit ´Paris Is Burning´ (der stärkste Song vom eher schwächeren DOKKEN-Debüt) und ´It’s Not Love´ gibt es auch noch zwei weitere DOKKEN-Highlights. Mit ´Street Fightin’ Man´ und dem Titelsong zum Schluss aber auch noch Gassenhauer vom LYNCH MOB-Debüt.
Eine DVD ist in der CD enthalten. Es gibt auch Vinyl-Varianten. Für George Lynch-Enthusiasten und Freunde der gepflegten Verbindung zwischen Hard Rock und Metal empfehlenswert. Sehr lebendig und inspiriert.
(8 Punkte)



