
SOLEMNITY – Opus Barbaricum
2026 (Solemnity Music / Hofa) - Stil: Heavy Metal / Symphonic Metal
Über 75 Minuten und 17 Songs erhält die Hörerin / der Hörer auf der neuen Produktion von SOLEMNITY. Der Opener ´Nightmares From The Neighbourhood´ klingt bei Weitem nicht so dunkel, wie der Song-Titel und der selbst betitelte “Heavy Horror Metal” (was sich allerdings schon immer mehr auf die mit vielen Horror-Gimmicks bestückte Live-Show der Band und mit den Texten zu tun hat, als mit der Musik). Die Gitarre thront mit dem Gesang über dem ganzen und erinnert hier an Flitzefinger wie Yngwie Malmsteen.
Auch ´The Last Ghostrider´ ist textlich im Horrorgenre verortet, die Musik ist eher bombastisch mit Chören, aber von harten Riffs unterfüttert und der Gesang ist klar und melodisch. Der Refrain ist stark eingängig. Wie auch beim folgenden ´Meat Evil Steak (A Barbecue Symphony In B Minor)´, das sich auch mit epischen Chören schmückt. Der Text ist wieder eher unappetitlich. Sven hat eine gute Bandbreite an gesanglichen Tönen. Die Musik erinnert an vergangene Größen wie VIRGIN STEELE.
Von 1998 bis 2018 (das letzte Album datiert von 2012, danach war die Band “inaktiv”) waren SOLEMNITY in und Ulm herum unterwegs – gegründet von Sänger Sven “The Axe”, der auch für das komplette Songwriting verantwortlich ist. Jetzt gibt es ein Comeback und es hat sich sehr viel Material angesammelt, denn 17 Songs sind nicht ohne. Gleichzeitig wird parallel als MELANCHOLOST ein weiteres Album veröffentlicht (an anderer Stelle besprochen).
Auf Dauer variiert die Geschwindigkeit und die Melodiefolge nicht immer ausreichend, so dass doch etwas Aufmerksamkeit verlorengeht. Die mit Piano beginnende High-Energy-Ballade ´Freya´, wo Sven alles an Emotionen in seinen Gesang hineinlegt, ist etwas sehr lange geraten, ohne wirklich variabel zu sein. Es gibt Höhepunkte, wie das melodische ´The Sleeper´ (frei nach Edgar Allan Poe) mit gutem Gitarrensoli, das kompakte ´Bitch With The Bow´ oder das clevere ´Drums Of War (Resistance)´, aber auch Songs, die nicht wirklich haften bleiben wie ´We Willl Shine´, ´The Dragon´ oder ´Gladiator´.
Die Band hat ihre Nische auf jeden Fall gefunden und ist technisch fit. Auch das Songwriting und der Gesang sind im überwiegenden Teil überzeugend. Irgendwie gibt es auch eine eigene Identität, aber trotzdem fehlt mir ein wenig die Originalität über die 75 Minuten.
(7 Punkte)



