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WOLVES IN THE THRONE ROOM – Estuary

2026 (Century Media) - Stil: Black Metal/Ambient

Mit ´Estuary´ kehren WOLVES IN THE THRONE ROOM zu einem deutlich traditionelleren Black Metal zurück. Nach dem vergleichsweise melodischen und opulent arrangierten ´Primordial Arcana´ überrascht die neue Ausrichtung zunächst.

Die Weaver-Brüder setzen wieder stärker auf eisige Tremolo-Riffs, Blastbeats und eine düstere, von Schwermut geprägte Atmosphäre. Allerdings wäre es falsch, hier lediglich eine Rückbesinnung auf frühere Tage zu vermuten. Dafür hat die Band ihren Sound längst zu eigenständig entwickelt.

Sechs Songs mit einer Gesamtspielzeit von knapp 50 Minuten bieten reichlich Gelegenheit, in die Klangwelt von ´Estuary´ einzutauchen. Schon der Titelsong verbindet druckvolle Riffs mit weitläufigen Keyboardflächen, während ´Knights Of Tiamat´ mit wuchtigen Blastbeats und beinahe überirdischen Chören aufwartet.

Besonders gelungen sind die langsameren Passagen in ´Foretold In Reflections´ und ´Ghosts Among The Obelisks´, in denen schleppende Gitarren, düstere Orgelklänge und Nathan Weavers markanter Gesang für eine bedrückende Stimmung sorgen.

Auch ´The Orca Cliffs´ zeigt, wie souverän die Band zwischen aggressivem Black Metal und atmosphärischen Momenten wechseln kann. Zum Abschluss verbindet ´Wretched Spirits, Land Of Light´ majestätische Tremolo-Melodien mit deutlichen Anleihen bei EMPEROR.

Inhaltlich entwirft das Album das Bild einer tausend Jahre nach dem Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation liegenden Welt. Die Natur hat sich ihren Raum zurückerobert, doch die Musik vermittelt keineswegs ungetrübte Aufbruchsstimmung. Vielmehr liegt über den Kompositionen eine melancholische, beinahe unheilvolle Schwere.

Nicht alles überzeugt uneingeschränkt. Die Produktion wirkt stellenweise etwas dünn, insbesondere das Schlagzeug hätte mehr Präsenz vertragen. Zudem ähneln sich die Songanfänge auffällig, während der Verzicht auf Zwischenspiele etwas Abwechslung kostet.

Dennoch ist ´Estuary´ ein gutes Album, das seine Qualitäten gerade in den ausgefeilten Arrangements und der konsequenten Atmosphäre entfaltet. Ein Rückschritt ist diese Veröffentlichung keineswegs, eher eine Neujustierung.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/wolvesinthethroneroom


Cover-Artwork: „Estuary“ von Wolves In The Throne Room
(Artwork-Konzept & Design: Nathan Weaver /
Owl Lodge Creative Team /
© 2026 Century Media Records / Relapse Records)
Bandfoto: Wolves In The Throne Room
(Offizielles Pressefoto / Promotion-Freigabe via Century
Media Records – Fotografie: WITTR /
© 2026 Century Media Records)

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