
Seit März 2006 teilt dieses furchtlose Gespann aus Cleveland, Ohio, nun schon die Clubbühnen des Untergrunds. Drei Männer, zwei Jahrzehnte schweißtreibendes Muckertum, eine eisern zusammenhaltende Besetzung: Sänger und Bassist Sean Balog, Gitarrist sowie Vokalist Patrick Capretta plus Schlagwerker Eric Kruger. Wer sich nach ihrem letzten Lebenszeichen ´Deception´ fragte, ob der Motor der Truppe womöglich stottert, bekommt als Antwort mit der aktuellen Fünf-Track-EP ´Transcend´ die sprichwörtliche Breitseite verpasst.
LOWER 13 pfeifen ungebrochen auf Szene-Scheuklappen. Ihr Plan schmiedet skandinavischen Melodic-Death mit messerscharfem US Power Metal, vertracktem Thrash und jenem rohen Metalcore-Spirit der Jahrtausendwende zusammen, der einst Truppen wie TRIVIUM oder NEVERMORE großmachte.
Wenn die akustischen Zartheiten zu Beginn von ´Reside´ in breitschultrige Riff-Gewitter umschlagen, offenbart das Trio sofort sein Händchen für massive Ohrwürmer. Sean Balog wandelt mühelos zwischen gefühlvollem Klargesang und giftigen Wutausbrüchen, ehe das zackige ´Day By Day´ in bester Gothenburg-Manier die Muskeln spielen lässt.
In ´Giving Up The Pain´ schimmert die zähe, düstere Magie von ALICE IN CHAINS durch. Das Wechselspiel der beiden Vokalfronten Balog und Capretta treibt den Track über stoischen Bassläufen in unheimliche Höhen. Das wuchtige ´Waste´ serviert schließlich bolzende Rhythmen, ehe das über sechsminütige Titelstück ´Transcend´ den Sack endgültig zumacht. Patrick Capretta lässt seine Soli mit virtuoser Anmut übers Griffbrett fliegen, während im Hintergrund schleifende Groove-Kaskaden das Nackenleder auf die Probe stellen.
Eine verdammt heiße Scheibe, die nach dem letzten Ton nur ein Problem hinterlässt: Sie ist schlicht zu schnell vorbei.
(8 Punkte)
PS: Schön zu sehen, dass LOWER 13 den Niedergang ihres bisherigen Labels “Pure Steel Records” schadlos überstanden haben. Echten Stahl kriegt man eben nicht so leicht klein.


