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SUBMASQ – Spirit Animal

2026 (Willowtip) - Stil: (Prog) Metal / Ethno Rock

Nach sechs albenweiten Ausflügen im musikalischen Grenzbereich schütteln die Israelis SUBTERRANEAN MASQUERADE ihren sperrigen Alt-Namen ab und schreiten fortan in der kompakten Form SUBMASQ durch die Lande. Wer befürchtet, die Neujustierung gehe mit einem schleichenden Qualitätsverlust einher, darf beruhigt die Arme senken. Was die Mannschaft um Gitarrist Tomer Pink, Keyboarder Shai Yallin, die Gitarrenfraktion Or Shalev und Dima Kogan, Basser Golan Farhi, Drummer Yalon Schori sowie Ausnahmesänger Davidavi “Vidi” Dolev auf ´Spirit Animal´ abliefert, erweist sich als atemberaubendes Manifest persönlicher Dämonen.

Wo der umjubelte Vorgänger ´Mountain Fever´ noch in überbordender, feierlicher Verspieltheit schwelgte, schlägt das siebte Studioeisen spürbar unruhigere, düstere Pfade ein. Die Band verarbeitet hierin eine autobiografische Odyssee durch Trauma, bipolare Abgründe und Suchterfahrungen. Diese emotionale Verbindung überträgt sich unmittelbar auf die Musik.

´Cardamom´ prescht mit ungeraden Rhythmus-Kaskaden nach vorne, ehe kein Geringerer als Ex-GUNS N’ ROSES-Gitarrenhexer Ron “Bumblefoot” Thal ein vertracktes Fusion-Solo über indischen Tabla-Trommeln von Yatziv Caspi entfesselt. SUBMASQ entsagen jeglicher effektheischenden Pose. Das Songwriting präsentiert sich inzwischen ungemein straffer und fokussierter.

In der hervorragenden Single ´Monuments´ trifft die gewohnte rhythmische Komplexität des Stils plötzlich auf die zähe, melancholische Wucht der 90er-Jahre. Dass dieser stilistische Spagat vollkommen organisch ineinandergreift, ist auch der Produktion zu verdanken. Der edle Mix von Adam Noble sowie das Mastering von Robin Schmidt verleihen den Instrumenten eine beachtliche Tiefe, in der knallharte Riffs und feinfühlige Passagen gleichberechtigt nebeneinander atmen.

Das Wüsten-Epos ´Sanctified´ verwebt obendrein staubige Desert-Rock-Vibes mit majestätischen Chören. Nach den extremen Ausbrüchen im avantgardistischen ´Anger´ entlässt das versöhnliche ´Trust´ die Hörerschaft mit schwebenden Ambient-Klängen in die Freiheit.

Die meisterhafte Balance zwischen orientalischer Folklore und metallischer Durchschlagskraft bleibt das Hauptziel der Formation. Gastmusiker Idan Amsalem (ORPHANED LAND) veredelt dabei das Geschehen eindrucksvoll an Oud sowie Bouzouki. Gesanglich brennt Davidavi “Vidi” Dolev einmal mehr eine schiere Machtdemonstration ab. Zwischen elfenhaftem Falsett, manischem Schreien und samtigem Croonen deckt er das gesamte Spektrum menschlicher Abgründe ab.

SUBMASQ gelingt mit ´Spirit Animal´ der seltene Streich, die eigene Identität zu schärfen, ohne die bewährten Wurzeln zu kappen. Ein intensiv loderndes Werk von unverbrauchter Strahlkraft.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/Submasq/

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