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WARREN HAYNES – Dreams & Songs – A Symphonic Journey With The Asheville Symphony Orchestra

2026 (Provogue) - Stil: Symphonic Rock / Fusion Rock

Früher oder später landet gefühlt jeder langjährige Musiker im symphonischen Fach. Auch wenn man eher vom Blues oder Southern Rock kommt, wie Warren Haynes. Joe Bonamassa hat das auch ganz gut hinbekommen.

Und jetzt ist der sonst sehr geerdete Warren Haynes (u.a. THE ALLMAN BROTHERS BAND, GOV’T MULE und mit Phil Lesh von GRATEFUL DEAD) schwach geworden. Und zwar schon 2019. Denn das Album wurde 2019 aufgenommen, im „Thomas Wolfe Auditorium“ mit dem 64-köpfigen Asheville Symphony Orchestra.

Gleich 16 Songs hat er mit Orchester eingespielt. Und nach dem Stimmen der Streicher geht es los, mit einer wehmütigen Southern Rock-Gitarre und dem gefühlvollen Gesang von Warren. Die Geiger bleiben zunächst im Hintergrund, das Schlagzeug gibt den Rhythmus vor. Das passt ganz gut. 

Musiker und Orchester haben gleich einen gewissen Draht zueinander gefunden, das ist ja nicht immer garantiert. Und die Slide- Gitarre ist der wichtigste Protagonist neben dem Gesang. Dann setzen die Bläser ein und es wird bombastisch und elf Minuten lang. ´Dreams´ heißt das Stück, das auch in andere musikalische Gefilde einsteigt.

Warren kann schon ziemlich viel und seine Gitarre behält die Bodenhaftung, wenn auch Fusionssound kreiert wird und man sich an COLOSSEUMs ´Valentyne Suite´ und andere musikalische “Mauereinreißer” vor über 55 Jahren erinnert fühlt. Warren kanns auch jazzig. Das verwundert nicht wirklich, denn dieser Mann ist als Gitarrist ein Allrounder. Vielleicht nicht so flexibel wie Gary Moore, aber er läuft zu großer Form im zweiten Teil von ´Dreams´ auf. Das führt zu Jubelstürmen beim Publikum.

´Banks Of The Deep End´ ist wieder etwas stärker vom Rock bestimmt. ´Spots Of Time´ und ´Broken Promised Land´ zeigen einmal mehr, was für ein starker und gefühlvoller Sänger Warren auch ist. Auch das Gitarrensolo bei ´Spots Of Time´ ist beeindruckend. ´Thorazine Shuffle´ kommt rhythmisch entspannt, wieder mit Fusionselementen.

Mit ´Terrapin Station´ folgt der ausufernde Titelsong des gleichnamigen GRATEFUL DEAD-Albums von 1977. Ich bekenne mich. Ich bin wirklich kein “Deadhead” und bin 1981 beim Rockpalast (damals nach THE WHO) bei ihnen eingeschlafen und erst beim doppelten Drums-Solo wieder aufgewacht. Aber das ist eine gelungene Version, aber mir auch hier deutlich zu lang. 

Das sanfte ´Raven Black Night´ ist mir dann lieber. ´Just Another Rider´, von Gregg Allman geschrieben, zeigt, dass Warren auch Soul beherrscht und er huldigt vokalistisch Otis Redding. Hier darf auch das Saxophon Glanzpunkte setzen, bevor Warrens Gitarre wieder übernimmt.

Bei ´Instrumental Illness´ darf auch das Orchester mehr ranklotzen. Gegen Schluss gibt es erst ´One´ von U2 , dann mit ´Shakedown Street´ noch einen GRATEFUL DEAD-Klassiker mit viel Wahwah (die einzige Platte, die ich mir von ihnen jemals wegen diesem Song zugelegt habe, der allerdings live dynamischer war).

Und mit dem THE ALLMAN BROTHERS BAND Knaller ´Whipping Post´ gibt es noch eine echte Herausforderung (allerdings nur 12 Minuten lang), die aber auch glanzvoll bestanden wird. Mit einem musikalischen Abspann endet das Konzert.

Das Album funktioniert und viele Kompositionen sind vielleicht nicht unbedingt besser als die Originale, aber es sind spannende Interpretationen, die neue musikalische Welten eröffnen. Das Orchester spielt allerdings auch immer songdienlich.

Und es ist kein aufgeblasener Scheiß, wie so oft, wenn irgendwelche Rockmusiker meinten, sie müssten mit einem Orchester spielen, weil sie eines bezahlen konnten und / oder ihnen nicht mehr viel Neues einfiel.

Eine wahre Glanzleistung, bei der Warren Haynes automatisch im Mittelpunkt steht, alleine durch seine instrumentale und gesangliche Präsenz.

(8,5 Punkte)


(VÖ: 18.09.2026)

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