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MASTODON – Marrow Deep

2026 (Loma Vista) - Stil: Progressive Metal/Sludge Metal/Alternative Metal

Mit ´Marrow Deep´ beginnt für MASTODON eine neue Phase. Fünf Jahre nach ´Hushed And Grim´ ist es das erste Album nach der Trennung von Gitarrist Brent Hinds, der im August 2025 bei einem Motorradunfall ums Leben kam.

Der Verlust ist auf dem Album deutlich spürbar. Viele Songs kreisen um Trauer, Verlust und fehlende Orientierung, ohne dass MASTODON daraus ein reines Traueralbum gemacht hätten.

Schon ´Barbarian`s Blood´ zeigt, dass die verbliebenen Gründungsmitglieder Brann Dailor, Troy Sanders und Bill Kelliher weiterhin einen starken Kern bilden. Das Stück verbindet donnerndes Schlagzeug, schwere Gitarren und eine treibende Basslinie mit Sanders` wütendem Gesang. Auch ´Your Ghost Again´ erinnert mit schnellen, kantigen Riffs stärker an die frühe MASTODON-Phase.

´Snakes For Dinner´ geht dagegen in Richtung Siebziger-Prog und Jazz und wird durch Josh Hommes Gesang zusätzlich aufgewertet. ´In The Ruins´ verbindet Zartheit und Aggression und gehört zu den stärkeren Songs des Albums.

Überhaupt ist die musikalische Bandbreite groß. ´Moth And Bone´ entwickelt mit Akustikgitarre, zurückhaltendem Gesang und den Keyboards von Joao Nogueira eine melancholische Atmosphäre. ´The Vanishing´ bringt mit Geezer Butler und Joe Duplantier (GOJIRA) prominente Gäste zusammen und arbeitet deutlich mit BLACK SABBATH-Einflüssen.

´The Three Fates´ beschließt das Album nach fast acht Minuten mit einem Wechselspiel aus schweren Gitarren, erzählerischen Passagen und ausgedehnten Instrumentalabschnitten.

Die Produktion ist organisch und zugleich präzise, Dailors Schlagzeugspiel bleibt beeindruckend, Sanders` Stimme besitzt weiterhin enorme Kraft. Nick Johnston und Nogueira bringen zusätzliche Virtuosität ein, ohne die Band völlig neu zu definieren.

Mir gefielen die rauen Frühwerke von MASTODON allerdings schon immer am besten. Der zunehmende Prog-Einfluss wurde für mich mit der Zeit immer anstrengender und erreicht auf ´Marrow Deep´ seinen Höhepunkt – oder eher Tiefpunkt. Auch das Fehlen von Brent Hinds macht sich sehr stark bemerkbar.

Trotzdem ist ´Marrow Deep´ ein gutes, ambitioniertes und musikalisch reichhaltiges Album, das MASTODON in einer schwierigen Phase erstaunlich geschlossen zeigt.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/Mastodon


(VÖ: 28.08.2026)

Pic: William Lacalmontie

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