PlattenkritikenPressfrisch

CEREMONY – Tell Me Your Dream

2026 (Relapse) - Stil: Punk Rock/Post Punk/Hardcore Punk

Sieben Jahre nach ´In The Spirit World´ melden sich CEREMONY mit einem Album zurück, das nicht den nächsten stilistischen Bruch sucht, sondern die eigene Entwicklung zusammenführt. Die Band aus Rohnert Park, CA war nie dafür bekannt, auf der Stelle zu treten. Hardcore, Post Punk, New Wave – über die Jahre haben sie sich immer wieder neue musikalische Räume erschlossen. ´Tell Me Your Dream´ macht daraus nun ein stimmiges Ganzes.

Hardcore-Stücke stehen neben Post-Punk-Songs, die Synthesizer des Vorgängers sind ebenso präsent wie die ungestüme Energie der frühen Jahre. Dass dieser Wechsel zwischen den Stilen nicht beliebig wirkt, liegt daran, dass CEREMONY all diese Facetten längst zu ihrer eigenen Sprache gemacht haben. Es klingt nicht wie ein Rückblick, sondern wie eine Band, die genau weiß, wer sie ist.

Produziert wurde das Album erneut von John Reis (ROCKET FROM THE CRYPT, HOT SNAKES), der bereits ´The L-Shaped Man´ betreute. Diesmal, so beschreibt es die Band selbst, habe er sich fast wie ein zusätzliches Mitglied eingebracht – entsprechend selbstverständlich greifen Produktion und Songs ineinander.

Inhaltlich bleibt ´Tell Me Your Dream´ kompromisslos. CEREMONY beschäftigen sich mit politischer Desorientierung, medialer Überforderung und einer Gesellschaft, die immer tiefer in den Wahnsinn abzurutschen scheint. Dabei geht es ihnen nicht nur um Kritik.

Zeilen wie „There’s no them, there’s no other, there’s just us“ aus ´Other Hells´ richten den Blick auf diejenigen, die sich ihre Offenheit und ihren Zusammenhalt bewahrt haben. Gitarrist Andy Nelson bringt den Anspruch der Platte auf den Punkt: Man wollte nichts veröffentlichen, das belanglos oder unpolitisch wirkt, sondern zum Nachdenken anregen.

Mit den Vorabstücken ´Other Hells´ und ´Death Destruction Mayhem´ war bereits zu hören, wohin die Reise geht. ´Tell Me Your Dream´ verbindet die verschiedenen Phasen der Band schlüssiger als jedes frühere Album und wirkt dadurch fast wie ein Karriere-Best-of – nur eben mit ausschließlich neuen Songs.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/ceremony


(VÖ: 07.08.2026)
Pic: Martin Sorrondeguy

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"