
SILVERLORD – Silverlord
2026 (Bandrelease) – Stil: Heavy/Seventies/Eighties Rock
Die australisch-schweizerische Zusammenarbeit unter dem Banner von POOR LITTLE THINGS geht in eine neue Runde, allerdings unter dem Namen SILVERLORD. Riffmeister Dave Talon und Gemahlin Tina Jackson stehen für feinsten Riff Rock und stellen sich gegen alle Trends. Talon, einige kennen ihn sicher auch von seinen anderen Sidekicks wie ROLLERBALL oder THE MARLBORO MEN, ist eine einzige Riffmaschine, die sich an den Seventies orientiert, aber auch immer wieder in die Heavy Metal-Strukturen der Achtziger reinschielt.
Während das Duo bei POOR LITTLE THINGS die glamigen Gelüste auslebt, ist SILVERLORD eine markant härtere Variante und somit am anderen Ende des Rock verankert. `Silverlord` lebt von traditionellen Heavy Metal-Riffs, die Gift und Galle spucken, dabei weder melodische Akzente noch aggressive Riffs aussen vorlassen. Durch den Gesang von Tina kommt ein weiterer Pluspunkt hinzu, denn mit ihrer Stimmpower verleiht sie dem Material eine zusätzliche eigene Note. Denn sie orientiert sich nicht an den klassischen Female Metal Vocals, sondern rundet mit ihrer weiten Stimmlage die Songs je nach Bedarf ab. Die Songs leben von diesen galoppierenden Rifforgien, die einen in keiner Sekunde ruhig sitzen lassen. Man wird förmlich gezwungen zu bangen.
Schon der wuchtige Opener `Read The Skies` macht klar wohin die Reise geht. Das Lead-Riff ist so fucking Metal, so schlicht und doch so mörderisch. Darauf eingebettet Tinas geschmeidiger Gesang – ganz grosse Nummer. Mit dem wuchtigen `Homeward Bound` zieht man die Zügel noch etwas mehr an. Meine Fresse. Mit `Burning The Midnight Oil` geht es dann ganz im klassischen Achtziger Metal weiter, sogar mit fast schon eingängigem Refrain. `The Crown`s Defender` ist weniger straight, hat leichte epische Ansätze. Lebt aber letztendlich auch wieder von einem galoppierenden Riff, das immer wieder vorwärts drückt. `Eyes On The Prize` wirkt wie eine Stoner-Nummer mit deutlichem Tempo. Bei der Abschlussnummer des Albums, `Return Of The Silverlord`, hat man dann schamlos geklaut. Es hat eine Weile gedauert bis es endlich “Klick” gemacht hat, aber THE DOORS wären sicher stolz auf diese Teil-Interpretation von `L.A. Women`. Cooler Scheiss.
Anyway, `Silverlord` ist zweifelsohne ein Album, das nicht wirklich im True Heavy Metal wildern möchte, aber aufgrund der massiven Rifflastigkeit, doch wieder dazugehören möchte. Auch wenn sich die Nummern mehr oder weniger nicht so sonderlich unterscheiden, habe ich echt Spaß mit dem Neun-Tracker. Geiler Sound, der sich einen Scheiss um Trends und Co. kümmert. SILVERLORD ziehen “ihr Ding” konsequent durch. Amen
(8,5 Punkte)



