
DRUIDESS – Trip Meadow
2026 (Eigenvertrieb) - Stil: Doom Metal / Psychedelic
Im Jahr 2024 erschien die EP ´Hermits And Mandrakes´ der britischen Band DRUIDESS (nicht zu verwechseln mit der kanadischen Ausgabe), die eine Mischung aus viel Doom Metal und wenig Stoner Rock beinhaltete und von Sängerin Shonagh Brown und Daniel Downing, der alle Instrumente übernahm, eingespielt wurde.
´Trip Meadow´ heißt nun das Debütalbum, das von den sieben Titeln alle fünf Titel der EP (nur das kurze Glockenintro fehlt) beinhaltet. Schon mit dem gnadenlosen Opener ´The Hermit Of Druid’s Temple´ gibt es eine offensive Mischung aus harten Metal-Riffs, einer an der Vergangenheit ausgerichteten Orgel und dem interessanten Gesang von Sängerin Shonagh Brown. Die Band hat jetzt mit vier Musikerinnen und Musikern Gruppenstärke erreicht. Shonagh hat noch den Bass übernommen.
´Trip Meadow´ ist dann eine über zehn Minuten lange Hymne mit starken psychedelischen Einwürfen. Trotz immer wiederholender Riffs und Melodien gehen die zehn Minuten sehr kurzweilig vorbei. ´Knightingales´ ist ein weiterer, etwas verschrobener Doom-Titel, der stark an Vorbildern der britischen Rockszene der 70er-Jahre anknüpft, aber insgesamt melodischer ist. Auch hier ist der Gesang von Shonagh im Mittelpunkt.

´Mandragora´ zitiert die Urmeister BLACK SABBATH, aber auch Okkult Rock. Hier darf auch der Gitarrist Daniel Downing mit einem kurzen Solo glänzen. ´Descended From Giants´ baut ständig metallische Kaskaden auf. ´Witches Sabbath´ ist dann, wie der Titel schon impliziert, ein düsterer Okkult-Rocker, der richtig heavy ist, wie das genrebedingt auch sein muss. Dass dann ein Blasinstrument einsetzt, ist eine gelungene Überraschung. ´Forest Witch’s Daughter´ knüpft dann unmittelbar an den vorhergehenden Song an und verabschiedet das Album mit Pathos und Heaviness in einer etwas schnelleren Gangart.
Ich mag einfach so schweren, klassischen Doom, davon kann ich nicht genug bekommen. DRUIDESS stellen da ein sehr gutes Angebot dar, eine neue Alternative für diese schon alte Musik. Und für die immer noch vorhandenen Sympathisantinnen und Sympathisanten dieser dunklen Töne ist dies ein sehr spannendes Angebot. Wobei der Gesang hier – anders wie bei vielen Doom-Protagonisten – einen sehr hohen Anteil hat und es selten lange Instrumentalzwischenspiele gibt.
Sängerin Shonagh höre ich allerdings sehr gerne zu, obwohl es jetzt auch nicht so eine große gesangliche Variabilität gibt, aber sie hat grundsätzlich eine starke Stimme. Ein sehr konsequentes Album, das gar nicht versucht in das Hier und Jetzt zu passen. Und deshalb sehr passend ist. Ein Paradoxon – ich weiß.
(8 Punkte)
https://www.facebook.com/druidessuk
Pic: Band
(VÖ: 26.06.2026)



