
COR DE LUX – Year Of The Horse
2026 (Ipecac) - Stil: Alternative Rock/Indie Rock/Post-Punk
Nach zwei selbst veröffentlichten Alben erscheint mit ´Year Of The Horse´ das Labeldebüt der aus North Carolina stammenden COR DE LUX bei „Ipecac Records“. Das Album verbindet Punk-Intensität mit Lo-Fi-Melodien, dicht geschichteten Gitarren und dissonanten Geräuschen.
Dabei zeigt die Band ein gutes Gespür für Spannung. Die Gitarren können wunderschöne Melodien erzeugen, kippen im nächsten Moment aber in schrille, abrasive Geräuschkulissen. Manche Passagen wirken harmonisch, andere so, als könnte der Song jeden Augenblick auseinanderbrechen.

´Blind Smile´ führt zunächst sanft und melodisch ins Album, bevor verzerrte Gitarren und aufbrausender Gesang den Song in eine aggressivere Richtung treiben.
´Bread Bag´ arbeitet ebenfalls mit diesem Wechselspiel. Sanfte, ineinander verschlungene Gitarrenmelodien weichen aggressiver Verzerrung, Moragas trotzigen Schreien, einem ausgedehnten Gitarrensolo und hektischem Schlagzeugspiel. Auch ´The Western´ lebt von diesem Wechsel zwischen kontrollierter Aggressivität, kurzen Verschnaufpausen und dissonanten Ausbrüchen.
Besonders interessant ist das Zusammenspiel von Dawn Moraga und Tim Lusk, die sich Gesang und Gitarrenarbeit teilen. Bei ´Cannibals´ funktioniert dieser Wechsel besonders gut, während ´Ping Pong´ sich von einer vergleichsweise geradlinigen Ballade zu einem heftigen Schlagabtausch steigert.
´Long Face People´ verbindet abstrakte Zeilen mit wirbelnden Gitarren und einem organisierten Chaos aus Geräuschen. Mit ´Strawberries´ endet das Album nach knapp sechs Minuten auf einer ruhigeren, bewegenden Note.
´Year Of The Horse´ ist ein solides, abwechslungsreiches Album mit einigen sehr starken Songs. Allerdings sind mir die Anleihen bei SONIC YOUTH, UNWOUND und verwandten Bands zu dominant. COR DE LUX gelingt es zwar, diese Einflüsse auseinanderzunehmen und eigenständig zusammenzusetzen, doch die Vorbilder bleiben häufig zu deutlich hörbar.
(7,5 Punkte)
https://www.facebook.com/cordeluxband
Pic: Jordan Olivia Howell



