
KILLER, Metal-Pioniere aus Belgien, waren früher zumindest unter einigen Insidern populär. ´Loaded Gun´ legt auch gleich sehr ordentlich mit treibendem Rhythmus und brachialen Riffs los. Straighter Metal mit harschen Vocals von anno dazumal.
Zum letzten Gefecht ruft die Band auf, die ein klassisches Power Trio à la TANK ist/war. ´Welcome In The Real World´ ist ein schöner, stählerner Ohrwurm. Mit Alben wie ´Ready For Hell´ und ´Shock Waves´ starteten die Belgier Anfang der 80er-Jahre als die NWoBHM Aufbruchstimmung begann.
2023 gab es sowas wie das dritte Comeback mit ´Hellfire´. Und nun werden die letzten Patronen verschossen, bevor es auf Tournee mit ANVIL geht. Der Titelsong ist ein weiterer wackerer Metal-Headbanger, der etwas zahnlos wirkt. Das soll also hier wirklich das Finale werden.

´Gone Too Soon´ ist dann eine herbe Halb-Ballade mit viel Empathie. Da kommt Melancholie auf. Auch das klingt nach Abschied und behandelt den frühen drogenbedingten Abgang vieler Mitstreiter. Schöner Gitarrensound. ´Roll The Dice´ erinnert wieder an andere klassische Trios wie die frühen MOTÖRHEAD oder TANK.
Die nächsten beiden Songs rauschen ein wenig durch, ohne große Aufmerksamkeit zu generieren. ´The Fire Still Burns´ macht dann dem Songtitel durch wohlklingende Riffs alle Ehre. Hinten raus glüht es dann wieder mehr. Das gilt auch für den Folgetitel ´In The Eye Of The Storm´. Der behandelt aber irgendwie auch das Metalgeschehen aus Sicht alternder Musiker und der Sturm war schon gewaltiger.
´What You See Is What You Get´ ist noch einmal eine Hommage an MOTÖRHEAD und ein starker Schlusspunkt. KILLER waren vielleicht nie der ganz große Knaller, auch ´The Grande Finale´ ist nicht der große Abgang mit Glanz und Gloria. Auch hier gibt es im hinteren Teil kleinere Songwriting-Schwächen.
Aber auf jeden Fall ein sympathisches und gelungenes Metal-Album. Ein weinendes Auge haben sie auf jeden Fall verdient und nicht nur aus Sympathie und historischen Gründen auch…
(7,75 Punkte)
(VÖ: 15.09.26)



