
SWANS – Newly Sentient Being
2026 (Mute/Young God Records) - Stil: Post-Punk/Neofolk/Drone/Experimental
´Newly Sentient Being´ ist das abschließende Dokument der „Big Sound“-Ära von SWANS – und zugleich eines ihrer eindringlichsten Live-Alben.
Aufgenommen am 28. November 2025 im Berliner „Festsaal Kreuzberg“, bündelt die Veröffentlichung 15 Jahre einer Musik, die mit gewaltigen Wiederholungen, langsamen Steigerungen, orchestraler Lautstärke und hypnotischen Rhythmen ihre eigene Sprache entwickelt hat. Schönheit und Brutalität, Transzendenz und Erniedrigung stehen dabei weiterhin in einem spannungsvollen Verhältnis.

Fünf Stücke verteilen sich auf mehr als zweieinhalb Stunden. Drei davon sind neue Kompositionen, ´The Merge´ und ´Paradise Is Mine´ stammen von ´Birthing´ beziehungsweise ´The Beggar´.
Doch die Live-Versionen sind keine bloßen Reproduktionen der Studioaufnahmen, sie verändern sich erheblich, werden länger, fremdartiger und unberechenbarer und sind somit der besonderen Alchemie der Bühne ausgesetzt.
Besonders interessant sind natürlich die drei neuen Stücke ´The End Of Forgetting´, ´Newly Sentient Being´ und ´The End Of Regretting´. Sie greifen die vertrauten Mittel der späten SWANS auf und treiben sie in ausgedehnte, unberechenbare Formen.
Seit der Wiederbelebung von SWANS im Jahr 2010 hat Michael Gira die Band zu einer neuen klanglichen Konsequenz geführt. Die Stücke funktionieren längst nicht mehr wie konventionelle Kompositionen, sondern wie Räume, die man betritt und in denen man sich verlieren kann.
Auf den stärksten Passagen wird die Musik zu einem tobenden, autonomen Wesen, das Musiker und Publikum gleichermaßen erfasst.
Die körperliche und psychische Anstrengung, die nötig ist, um diese Intensität zu erreichen, ist in jeder langen Steigerung spürbar, doch gerade darin liegt die Qualität dieses Albums.
´Newly Sentient Being´ beendet eine außergewöhnliche Phase nicht beiläufig, sondern mit großer Konsequenz. Für SWANS ist diese Ära abgeschlossen. Dieses Album hält fest, wie weit die Band ihren „Big Sound“ treiben konnte.
(9 Punkte)
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Pic: Mac Janas



