
ERIK GRÖNWALL – Bad Bones
2026 (Greenwall/Cargo Records) – Stil: Hard/Heavy Rock
Mit seinen Coveralben hat der ex-H.E.A.T-, ex-SKID ROW-Sänger ERIK GRÖNWALL überdeutlich bewiesen, welch gewaltige Vielfalt seine Stimme abdecken kann. Nun stellt er mit `Bad Bones` sein erstes „richtiges“ Soloalbum vor. Zehn neue Eigenkompositionen, die durch seine Stimmgewalt durchweg überzeugen, aber … genau „Aber“, auch zeigen, dass das Kriterium Stimme nicht der einzige Aspekt ist, der zählt. Denn, so sehr ich als GRÖNWALL-Fanboy durchgehe, muss ich auch gestehen, dass nach Dutzenden von Durchläufen kaum ein Song wirklich hängen bleibt. Grundsätzlich gute Kompositionen, top eingespielt, gesanglich überragend veredelt, und dennoch irgendwie kein Ohrwurmeffekt, der lange anhält, was dann irgendwie als Fanboy schmerzt.
Sicher, eine Nummer wie der Titeltrack könnte auch von H.E.A.T stammen, ebenso das flapsig-rockende `Twisted Lullaby` oder der fette Groover `How High`. Auch das bombastige `Save Me` ist ein herausragender Song, allerdings stehen auch hier die Vergleich zu H.E.A.T im Raum. Der Rest des Albums ist nett, allerdings auch austauschbar. Mit `Written In The Scars` liefert GRÖNWALL auch ein Stück, das aus dem rockigen Rahmen ausbricht. So richtig zünden will dieser auch nicht, aber eines wird hier überdeutlich, mit welch einer überragenden Stimme er gesegnet ist und wie gefühlvoll er liefern kann.
Ich stelle mal die These in den Raum, dass in Sachen Songwriting hier noch viel Luft nach oben ist. Dies mag eventuell sogar ein Grund sein, warum einer der stärksten Rocksänger unserer Zeit nicht bei einem Majorlabel unterkam und auf Independent Niveau agiert. Es bleibt also abzuwarten, wohin sich GRÖNWALL in Zukunft weiterentwickelt, als Soloartist oder ob er sich wieder mit Mitstreitern umgibt, um den Begriff „Band“ verwendet, was in Sachen Songwriting keine falsche Entscheidung wäre. Just my penny.
(7,5 Punkte)
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