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Marco Garau’s MAGIC OPERA – The Final Flight

2026 (Independent) - Stil: Neoclassical/Symphonic Power Metal

Manche Geschichten sind von Anfang an als Trilogie ausgelegt. Marco Garau hält sich an seinen Plan. Mit ´The Final Flight´ beendet der ehemalige DERDIAN-Keyboarder nicht nur die “Amtork Saga”, sondern voraussichtlich auch sein Herzensprojekt Marco Garau’s MAGIC OPERA. Nach ´The Golden Pentacle´ und ´Battle Of Ice´ bildet das dritte Album den endgültigen Abschluss einer Fantasy-Geschichte, die über drei Alben hinweg konsequent aufgebaut wurde und nun mit einem opferreichen Finale endet.

Musikalisch bleibt Marco Garau seiner Linie treu: klassischer europäischer Symphonic Power Metal mit deutlichen neoklassischen Einflüssen, opulenten Orchesterarrangements, hymnischen Refrains und virtuosen Keyboardpassagen. Wer frühe RHAPSODY, STRATOVARIUS oder Marco Garaus Arbeit mit DERDIAN schätzt, findet hier genau jene Mischung aus Geschwindigkeit, Melodie und cineastischem Bombast, die das Genre seit Jahrzehnten auszeichnet.

Die Geschichte setzt unmittelbar nach den Ereignissen von ´Battle Of Ice´ ein. Das Königreich Amtork genießt endlich Frieden, doch dieser währt nur kurz. Die geheimnisvolle Lady of Dark Flames, Cordelia, erscheint mit ihren feuerspeienden Greifen und sucht den legendären Black Gem, einen uralten Edelstein, der seinem Besitzer Unsterblichkeit verleihen soll.

Um diese neue Bedrohung aufzuhalten, schließen ausgerechnet Erzfeinde ein fragiles Bündnis: König Leiber und der dunkle Magier Sir Dohron kämpfen Seite an Seite gegen Cordelia. Doch Vertrauen ist in Amtork eine gefährliche Währung. Schon bald zeigt sich, dass Dohron ausschließlich seine eigenen Ziele verfolgt und selbst nach dem Schwarzen Edelstein greift.

Der wahre Mittelpunkt der Geschichte ist jedoch Thyra, die uralte Mutter aller weißen Drachen. Als selbst Lord Kama beginnt, dem Ruf des Schwarzen Edelsteins zu verfallen, erkennt Thyra, dass nur ein endgültiges Opfer die Welt retten kann. Mit ihrem letzten Flug zerstört sie den Black Gem, verschwindet dabei jedoch selbst für immer. Ein bittersüßes Ende, das der gesamten Trilogie einen überraschend emotionalen Abschluss verleiht.

Der Opener ´The Danger’s Growing Dark´ eröffnet das Album maßgeschneidert wie eine Filmmusik mit Chören, orchestralen Spannungsbögen und bedrohlicher Atmosphäre. Danach übernimmt ´The Black Gem´ sofort das Kommando: schnelles Doublebass-Drumming, neoklassische Keyboardläufe und ein Refrain, der sich unmittelbar festsetzt.

Mit ´Unholy Alliance´ schlägt Marco Garau deutlich dunklere Töne an. Wechselnde Tempi und dialogartig aufgebaute Gesangspassagen spiegeln das misstrauische Bündnis der einstigen Erzfeinde wider. ´Fury Of The Storm´ liefert anschließend klassischen High-Speed Power Metal, während ´Mother Of Winter Ice´ die majestätische Drachengöttin Thyra musikalisch in einer hymnischen Midtempo-Komposition würdigt.

Das kurze Instrumental ´Chaos Rising´ dient als virtuose Verschnaufpause, bevor ´When Reason Dies´, ´Immortal Glory´ und ´Lady Of The Wind´ die emotionale Seite des Albums hervorheben. Besonders letztere Nummer zeigt, dass Marco Garau nicht ausschließlich auf Geschwindigkeit setzt, sondern auch ruhige, melancholische Momente inszenieren kann.

Mit ´The Clash Of Fates´ und ´Steel And Magic´ beginnt schließlich das Finale der Geschichte, ehe der über sechs Minuten lange Titeltrack sämtliche musikalischen Motive der Trilogie noch einmal bündelt. Bombastische Chöre, orchestrale Zwischenspiele und ein würdevoller Schluss machen ´The Final Flight´ zu einem klassischen Konzeptalbum-Abschluss.

Großen Anteil am Erfolg des Albums hat erneut Sänger Anton Darusso (WINGS OF DESTINY). Seine hohen, klaren Power Metal-Vocals erinnern stellenweise an klassische Genregrößen, wirken diesmal jedoch durch rauere und tiefere Gesangseinlagen deutlich variabler als auf den Vorgängern. Während Anton Darusso sämtliche Gesangsspuren in Costa Rica aufnahm, komponierte Marco Garau in Italien. Dass das Ergebnis dennoch wie aus einem Guss klingt, spricht für die sorgfältige Produktion.

Im direkten Vergleich zu ´Battle Of Ice´ setzt ´The Final Flight´ jedoch weniger auf permanente Geschwindigkeit. Die deutlich stärkere Einbindung neoklassischer Elemente, barocker Keyboardpassagen und orchestraler Chöre sorgt zusätzlich dafür, dass sich das Album stärker vom klassischen europäischen Power Metal abhebt als seine beiden Vorgänger. Auch erzählerisch wirkt die Amtork-Saga nun wesentlich geschlossener.

Selbst die angekündigten Konzerte Ende August 2026 in Tokio besitzen besonderen Charakter. Es werden die ersten gemeinsamen Live-Auftritte der internationalen Besetzung und nach aktuellem Stand zugleich die letzten Konzerte von Marco Garau’s MAGIC OPERA überhaupt sein.

´The Final Flight´ erfüllt genau das, was ein großes Finale leisten sollte. Marco Garau führt sämtliche musikalischen und erzählerischen Fäden der Amtork-Saga konsequent zusammen und präsentiert ein Album, das den klassischen Symphonic Power Metal mit viel Herzblut, großem orchestralen Aufwand und einer überraschend emotionalen Geschichte verbindet.

Wer auf rasante Doublebass-Attacken, hymnische Refrains, neoklassische Keyboardkunst und klassische Fantasy-Konzeptalben steht, wird hier hervorragend bedient. Gleichzeitig wirkt das Album niemals wie eine bloße Wiederholung der Vorgänger, sondern wie deren logische und würdige Vollendung.

Ein epischer Abschied voller Pathos, Melodie und großer Gefühle – genau so endet eine Power Metal-Saga mit Stil.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/magicopera


(VÖ: 24.07.2024)

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