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VARRAS – Electric Stardom

2026 (Steel Gallery Records) - Stil: Neoclassical Metal

Mit ´Electric Stardom´ hebt COSTAS VARRAS den heutzutage nicht mehr so oft erstrahlenden neoklassischen Metal in eine fokussierte Form der Gegenwart, die sich bewusst an der Tradition orientiert und trotzdem nicht im Rückspiegel hängen bleibt. Der griechische Gitarrist, der seine Spuren bereits mit PERPETUAL und dem 2018 erschienenen ´Neon-Classical´ hinterlassen hat, vereint auf seiner zweiten Solo-Scheibe all seine Stationen zwischen Griechenland, Los Angeles und den Studios von Bob Katsionis.

Dass Varras für dieses Album mit Mark Boals und Göran Edman gleich zwei Stimmen aus der Umgebung von Yngwie Malmsteen gewinnen konnte, spricht für seinen musikalischen Ansatz, Gitarrenarbeit in klassischer Shred-Tradition mit Songstruktur zu verbinden. Beide Sänger bringen diese typische Mischung aus dramatischer Höhe und melodischer Kontrolle mit, die dem Material eine klare 80s Note gibt.

Musikalisch bewegt sich ´Electric Stardom´ genau in jenem Spannungsfeld, das Fans von YNGWIE MALMSTEEN, VINNIE MOORE oder AXEL RUDI PELL sofort einordnen werden, nur mit stärkerem Fokus auf kompositorische Abwechslung statt reiner Technikschau. Varras spielt schnell, präzise und oft mit deutlichem klassischem Einschlag, aber die Stücke sind eindeutig als Songs gedacht, nicht als reine Solo-Vorstellung.

Der Opener ´Electric Stardom´ legt direkt mit schnellem Hard Rock-Tempo, dem Gesang von Mark Boals, markantem Refrain und ausgedehntem Gitarrensolo los. ´In My Life´ ist melodischer, klassisch aufgebauter Heavy Rock mit deutlichem 80er-Gefühl. ´Holy Periza´ setzt auf hymnische Strukturen, getragen von den Vocals von Göran Edman.

´The Tears Of The World´ ist das große Epos, knapp zehn Minuten lang, mit Wechsel zwischen orchestralen Passagen und ausgedehnten Gitarrenteilen. ´Enlightened By God´ ist ein Instrumentalstück mit ruhigerem Verlauf und melodischer Gitarrenarbeit. ´On The Megadeath Crossroads´ bringt härtere Riffs, schnelle Läufe und klare Shred-Passagen zusammen. ´Sexy Love´ geht in Richtung eingängiger Hard Rock samt klassischem Refrain.

´Layzer Mark´ setzt instrumental auf technische Gitarrenfiguren mit wechselnden Rhythmen. ´Concerto In G Minor RV 578´ überträgt Vivaldi-Material in eine neoklassische Metal-Interpretation. ´Lonely Dreamer´ bildet die ruhigsten Momente des Albums, als melancholische Ballade mit schöner Gesangslinie. ´Palisha´ als Bonus-Track schließt mit akustischer Ausrichtung und barocken Anklängen den Bogen zurück zur klassischen Vorlage.

Am Ende steht kein nostalgisches Revival, sondern ein klar strukturiertes neoklassisches Metal-Album, das die bekannten Einflüsse offen zeigt. COSTAS VARRAS reiht sich damit sauber in die moderne Generation dieses Genres ein, ohne den Anspruch der alten Shred-Schule zu verlieren.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/kostas.varras.1


(VÖ: 29.05.2026)

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