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ASHES OF THE RIGHTEOUS – The Seven Deadly Sins

2026 (OOB Records/Just For Kicks Music) - Stil: Progressive Rock, Progressive Metal

Sieben Todsünden. Für einen, der mit Metal groß geworden ist, gibt es kaum ein dankbareres Thema, und Peter Lazar geht es gründlich an, Sünde für Sünde, Song für Song. Der schwedische Multiinstrumentalist hat ASHES OF THE RIGHTEOUS erdacht, sämtliche Musik geschrieben, spielt Gitarren und Keyboards und will mit diesem Studioprojekt die Wucht des Metal mit der Weite des Prog verbinden, und das mit dem Anspruch eines Kinofilms. Sogar das Artwork stammt von ihm, und schon das Cover, auf dem ein riesiger Totenschädel in einem runden, uhrenartigen Rahmen mit einem Kreuz ruht, wirkt wie ein altes Vanitas-Motiv, das jeden Sünder daran erinnert, dass seine Zeit gekommen ist.

Am Mikrofon steht Mark “Truey” Trueack, der Australier, den Proggies als Stimme von UNITOPIA und der UNITED PROGRESSIVE FRATERNITY kennen. Von ihm stammen auch sämtliche Texte, und die erzählt er durchweg aus der Ich-Perspektive. Hier predigt kein Moralapostel von der Kanzel, hier spricht der Sünder selbst, und das macht die Sache spannend. An Lazars Seite stehen außerdem der STAGE DOLLS-Veteran Johan Chasseur an den Keyboards und Alen Brentini, der schon mit Udo Dirkschneider gearbeitet hat, an Lead- und Rhythmusgitarre. Den Bass teilen sich Don Schiff, einst Begleiter von Elvis Presley, auf seiner achtsaitigen NS/Stick und Ken Sandin von ALIEN, das Schlagzeug übernimmt fast durchgehend der Spanier Chus Gancedo. Gemischt und gemastert hat Andy LaRocque in seinen “Sonic Train Studios”, und wer da nicht sofort an KING DIAMOND denkt, war in den Achtzigern nicht dabei.

Musikalisch ist das hier Prog Metal durch und durch. Die Keyboards sind präsent, doch den Ton geben fette Gitarren an, und immer wieder öffnen sich dazwischen sanfte, fast zerbrechliche Momente, in denen man kurz Luft holen darf. Darüber thront Trueack mit seinem theatralischen Neo Prog-Gesang, der die Sünden spielt, statt sie bloß zu besingen. Mit der Technikschau von DREAM THEATER und ihren unzähligen Nachahmern hat das wenig zu tun. Eher fühlt man sich an die frühen HAKEN erinnert, als dort die Lust am Erzählen noch über allem stand.

´Greed´ eröffnet mit einem Menschen, dem nichts je genügt und der selbst Freunde nur benutzt, das Solo steuert Gast Jonas Hörnqvist bei. In ´Wrath´ genießt einer seine eigene Wut beinahe, bis er doch nach einem Ausweg sucht. ´Sloth´ meint keine bloße Faulheit, sondern jene Trägheit des Herzens, die Theologen einst Acedia nannten, eine Gleichgültigkeit gegenüber Gott und der Welt. ´Lust´ handelt vom Begehren, das die Vernunft überrollt, ´Envy´ mischt Missgunst mit Eitelkeit, und ´Pride´ treibt die Selbstverliebtheit bis zum bitteren Ende. Am finstersten gerät ´Gluttony´, die Geschichte eines Unersättlichen, der sich mit seiner Maßlosigkeit selbst zugrunde richtet, hier unterstützt von den Gastsängerinnen Miriam Patel und Madeleane Olsén. Im Finale ´How Many Sins´ zieht der Sünder schließlich Bilanz, und alle Laster verschwimmen zu einem einzigen Knäuel, aus dem es kein Entkommen gibt.

´The Seven Deadly Sins´ ist ein Projekt mit großem Anspruch und einer Besetzung, die Schweden, Norwegen, Australien, die USA und Spanien zusammenbringt und doch einen schwedischen Kern behält. Wer seinen Prog Metal lieber erzählt als vorgerechnet bekommt und eine Schwäche für große Stimmen hat, sollte dieser Sündenbeichte unbedingt sein Ohr leihen.

(8,25 Punkte)

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Cover-Artwork: „The Seven Deadly Sins“
von Ashes Of The Righteous
(Visual Concept & Artwork-Design: Peter Lazar /
© 2026 OOB Records)

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