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LION’S SHARE – Dark Hours

2009/2026 (Metalville) - Stil: Heavy Metal

Nach mehreren Durchläufen wird schnell klar, warum viele Fans ´Dark Hours´ bis heute als eines der stärksten Alben von LION’S SHARE ansehen. Die Schweden haben ihren Sound 2009 hörbar gestrafft, den melodischen Ballast über Bord geworfen und den Fokus auf messerscharfe Riffs, hymnische Refrains und eine düstere Atmosphäre gelegt. Mit der Neuauflage über “Metalville” bekommt dieses kraftvolle Werk endlich die Aufmerksamkeit, die es verdient – und zum ersten Mal überhaupt eine Vinyl-Ausgabe.

Gitarrist Lars Chriss hat ein Album geschrieben, das jederzeit nach klassischem Heavy Metal riecht. Seine Riffs erinnern stellenweise an JUDAS PRIEST, ACCEPT oder SAVATAGE. Über allem thront Nils Patrik Johansson, dessen markante Stimme wieder einmal wie ein wilder Mix aus Ronnie James Dio und eigener rauer Persönlichkeit durch die Boxen donnert.

Der Opener ´Judas Must Die´ besitzt einen peitschenden Rhythmus, giftige Gitarren und einen Refrain, der sich im Gedächtnis festsetzt. ´Phantom Rider´ und ´Demon In Your Mind´ legen nach und verbinden klassische Metal-Härte mit eingängigen Hooklines. LION’S SHARE verstehen das Handwerk, starke Songs auf den Punkt zu bringen.

Reizvoll wirkt auch das inhaltliche Konzept. Statt Drachen, Fantasy oder ausgelutschter Horror-Klischees beschäftigt sich ´Dark Hours´ mit den Schattenseiten der amerikanischen Sechzigerjahre. Vietnamkrieg, Charles Manson, gesellschaftliche Gewalt, politische Konflikte und Verschwörungstheorien ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album.

´Heavy Cross To Bear´ wächst mit jedem Durchlauf, entwickelt eine epische Wucht und zeigt eindrucksvoll, wie stark LION’S SHARE Dynamik einsetzen können. ´Full Metal Jacket´ marschiert kompromisslos nach vorne und verarbeitet die Schrecken des Vietnamkriegs mit donnernden Riffs und einem packenden Refrain. ´The Presidio 27´ überrascht mit emotionaler Tiefe und gehört zu den unterschätzten Perlen des Albums.

´Barker Ranch´ verbindet eine eingängige Melodie mit düsterem Flair und erzählt die Geschichte rund um die Manson-Family. ´Napalm Nights´ entfaltet eine bedrückende Kriegsstimmung, während ´Space Scam´ das Thema Mondlandungs-Verschwörungen in einen der eingängigsten Songs der Platte verwandelt. Als Sahnehäubchen liefert Michael Romeo von SYMPHONY X auf ´Behind The Curtain´ ein exzellentes Gastsolo ab.

Kleine Schwächen bleiben dennoch. Einige Refrains orientieren sich sehr stark an klassischen Heavy Metal-Mustern und überraschen selten. Wer komplexe Arrangements oder progressive Ausflüge erwartet, wird hier ebenfalls nicht fündig. LION’S SHARE setzen konsequent auf Kraft und eingängige Songs.

Dementsprechend liefern LION’S SHARE eines ihrer härtesten Werke ab. Starke Songs, ein überzeugendes Konzept, erstklassige Musiker und eine Produktion, die auch heute noch mächtig aus den Lautsprechern drückt. Freunde des klassischen Heavy Metal mit Power Metal-Einschlag dürfen bei ´Dark Hours´ bedenkenlos zugreifen.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/lionsshareband


(VÖ: 28.08.2026)

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