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MONOCENE – More Than I Own

2026 (Independent) - Stil: Rock

Die deutsch-kroatische Formation um Joerg Grote, Igor Zimic und Stjepan Vukušić bewegt sich auf ihrem Debüt in jenem Spannungsfeld zwischen Alternative Rock, Post Grunge und modernem Indie Rock, das seit den späten Neunzigerjahren zahllose Bands hervorgebracht hat. Umso bemerkenswerter ist es, wie konsequent MONOCENE den üblichen Genremechanismen ausweichen.

Produziert wurde das Album zwischen Winter 2024 und Herbst 2025 gemeinsam mit Mike Jordan. Die Produktion folgt dabei einer klaren Philosophie. Die Songs erhalten ihren Druck nicht durch überladene Arrangements oder digitale Klangmassen. Die Band vermeidet zudem kompositorisch jegliche Überfrachtung. Viele Stücke entstehen aus wenigen harmonischen Motiven, die sich durch Wiederholung, Dynamik und sorgfältig dosierte Steigerungen entwickeln.

Die Wurzeln im Alternative Rock der späten Neunziger und frühen Nullerjahre sind dabei unverkennbar. Anklänge an FOO FIGHTERS oder A PERFECT CIRCLE blitzen auf, dienen MONOCENE jedoch lediglich als Orientierungspunkte für einen eigenen musikalischen Ausdruck.

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet Igor Zimic, dessen melodisch geführter Bass den Songs zusätzliche Tiefe und Bewegung verleiht. Auch Stjepan Vukušić überzeugt mit einem kontrollierten, präzisen Schlagzeugspiel, das den Arrangements Struktur und Spannung gibt. Im Mittelpunkt steht jedoch Joerg Grote. Sein Gesang verzichtet auf große Gesten und gewinnt gerade dadurch an Glaubwürdigkeit. Die Texte kreisen um Verlust, Identität, Entwurzelung und gesellschaftliche Spannungen. Der Albumtitel ´More Than I Own´ bündelt diese Themen in einer zentralen Frage: Was bleibt von einem Menschen, wenn Besitz, Status und vermeintliche Sicherheiten verschwinden?

Aus diesen Gedanken entwickelt das Album einen bemerkenswert geschlossenen Spannungsbogen. Gewaltige Gitarrenwände treffen auf fragile Momente, Hoffnung erscheint nie als einfache Lösung, sondern als etwas, das sich erst gegen Widerstände behaupten muss. Selbst der deutschsprachige Titel ´Was Du Sagst´ fügt sich nahtlos in dieses Konzept ein und erweitert das Klangbild um eine zusätzliche Facette.

Innerhalb der aktuellen deutschen Alternative Rock-Landschaft positioniert sich die Band damit in einer selten gewordenen Nische. Während viele Produktionen zwischen algorithmischer Streaming-Optimierung und stilistischer Beliebigkeit pendeln, verfolgt ´More Than I Own´ einen Albumgedanken, der an die großen Alternative Rock-Veröffentlichungen der späten Neunziger- und frühen Zweitausenderjahre erinnert.

Mit ihrem Debüt gelingt MONOCENE kein lauter Paukenschlag. Dafür etwas Nachhaltigeres. Ein Album, das seine Wirkung nicht beim ersten Hören vollständig preisgibt. Die eigentliche Stärke liegt in den Zwischentönen, den Spannungen zwischen den Instrumenten und der Konsequenz, mit der die Band ihren eigenen Weg verfolgt.

´More Than I Own´ ist ein Debüt von außergewöhnlicher Abgeklärtheit.

(8 Punkte)

https://www.instagram.com/monocene.band/

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