
SWEET – Live At The Capitol (Hannover 1991)
2026 (Metalville) - Stil: Glam Rock / Hard Rock
Das SWEET Veröffentlichungskarussel dreht sich munter weiter. Das bisher nur auf Video komplett erhältliche Konzert von 1991 aus dem “Capitol” in Hannover gibt es in einer restaurierten Neuauflage als CD-Digipak und limitierte weiße Vinyl-Platte. Dabei stimmt die Besetzung, die im Info genannt wird, nicht. Ich habe mir extra noch einmal einen Blick im Netz auf das Konzert gegönnt. Neben Ur-SWEET Andy Scott, Sänger Mal McNulty und Gast-Schlagzeuger Bodo Schopf sind noch Jeff Brown am Bass und Steve Mann an den Keyboards und der zweiten Gitarre mit dabei. So werden sie später von Andy auch vorgestellt und sind auf dem Promo-Bild erkennbar und genannt.
Mit ´Hellraiser´ zu Beginn kann eigentlich nichts schief gehen. Der Sound ist solide, sehr authentisch und der Gesang gut. Bei den 15 Songs gibt es eine Konzentration auf die zahlreichen Gassenhauer der Band, nur einmal wird ein damals aktueller Song gespielt. Mit ´AC/DC´ geht es hart weiter. In der Post-Brian Connelly Ära (die es seit Jahrzehnten gibt) war/ist immer der Sänger für mich entscheidend gewesen. Mal McNulty, später lange auch bei SLADE aktiv, ist ein guter Sänger. Wenn auch sein Gesang deutlich härter als der von Brian ist.
Mit ´X-Ray Specs´ kommt der angekündigte einzige Song, der mit McNulty auch im Studio entstanden ist, anschließend zum Einsatz. Die Konzentration liegt dann zunächst auf harten Songs wie ´Sweet F.A.´, die auch besser zum Gesang passen. Dank Andy Scott kommen auch die klassischen SWEET-Harmoniegesänge ganz gut.
Es geht weiter mit ´The Sixteens´ (mit schöner Akustikgitarre, wird von Mal gesanglich gut gemeistert), dann dem seltener gespielte ´Burn On The Flame´ von 1974 und ´Cockroach´, B-Seite von der Single ´The Lies In Your Eyes´. Es folgt dann Hit auf Hit: ´Action´ und ´Love Is Like Oxygen´ machen den Anfang. Sänger Mal ist mehr für die harten Seiten zuständig, aber das sind auch ordentliche Versionen, bei ´Love…..´ werden AC/DC-, DEEP PURPLE-, Hendrix-, THE KINKS- und FREE-Riffs angespielt. Warum auch immer – wohl ein kleiner Spaß, der beim Publikum gut ankommt. Das sind allerdings glücklicherweise die einzigen Ausflüge im Sinne einer Cover-Band.
´Set Me Free´ wird als Headbanger vorgetragen und Mal klingt wie Graham Bonnet und es gibt ein langes Keyboard- und Gitarren-Solo. Der Sound ist inzwischen noch deutlich transparenter geworden. ´Blockbuster´, ´Teenage Rampage´, ´Fox On The Run´ und ´The Ballroom Blitz´ sorgen für einen Klassiker-Abschluss, nur unterbrochenen von der kurzen Vorstellung der Bandmitglieder. Die Hit-Dichte bei SWEET ist schon beeindruckend.
Das Publikum ist begeistert, die Band hat Spaß und klingt nicht wie eine SWEET-Coverband, wie das später oft der Fall war. Überraschend frisch. Wahrscheinlich die beste Live-Aufnahme der späteren SWEET, sogar besser wie die mit Paul Mario Day vom Marquee 1989, die auch schon besprochen wurde.
(Sehr gute Live-Aufnahme der “Post Brian Connelly-Ära”).
(VÖ: 12.06.2026)



