
FOGHAT – Live & Loud Across The USA (& Shaken & Stirred)
2026 (Metalville) - Stil: Hard Rock / Blues Rock
Ich gebe es zu. FOGHAT, 1971 in Großbritannien aus SAVOY BROWN- und BLACK CAT BONE-Mitgliedern gegründet, gehören zu den Bands, die ich nie so richtig ins Herz geschlossen habe. Obwohl ich eigentlich auf bodenständigen Hard Rock britischer Bauart stehe.
Egal, 2024 und 2025 wurde dieses Live-Album in den USA mitgeschnitten. In den letzten Jahren wurden immer wieder Live- Alben veröffentlicht, denn auf der Bühne liegt die Stärke der Band. Und in den USA waren sie immer deutlich populärer.
Dazu gibt es als Bonus ein Album unter dem Pseudonym EARL & THE AGITATORS, wo die Band ihre Musik- Leidenschaft unter anderem Namen ausleben kann. Warum auch immer, denn das klingt ziemlich ähnlich im musikalischen Kontext.
Aber zunächst zum Live-Album. ´My Babe´ heißt der Opener. Ein ordentlicher Rocker. Dann kommt ´Drivin‘ On´ genau so ungehobelt. Deutlich ambitionierter mit dem kehligen Gesang von Scott Holt, der erst 2023 zur Band stieß und nach zwei Jahrzehnten Charlie Huhn (zuvor war Dave Peverett knapp 30 Jahre für den Gesang verantwortlich, der 2000 starb) ablöste.
Perkussionist Roger Earl ist noch das einzige Gründungsmitglied. ´Foghat´, das Debütalbum von 1972 wurde produziert von Dave Edmunds und zeichnete den Weg der nächsten Jahrzehnte vor.
´Road Fever´, vom zweiten Studioalbum 1973, ist der nächste harte Rocker mit viel Gitarrenfeuer. ´Let Me Love You Babe´ ist purer harter Rock’n’Roll und Boogie. Stimmung zählt dabei mehr als leise Zwischentöne. ´Black Days And Blues Nights´ ist der nächste Powertitel. Keine Verschnaufpause.
´Home In My Hand´ wird mit mächtigem Trommeln und aufgedrehten Gitarrenriffs gestartet. Mit ´It Hurts Me Too´, samt Slide-Gitarre und etwas langsamerer Geschwindigkeit, wird für etwas Abwechslung gesorgt.
´Hole To Hide In´ erklärt durch seine Parallelen zum Southern Rock, warum FOGHAT in den USA so beliebt waren. ´Third Time Lucky´ zeigt auch eine sanftere Seite der Band. Robert Johnsons Klassiker ´Sweet Home Chicago´, oft gecovert und von FOGHAT 1978 als Single veröffentlicht, kommt in einer wenig spektakulären Version und wird mit dem Publikum gesanglich geteilt.
´I Just Want To Make To Love You´, in der Live-Version vom Live-Album 1977 ein Hit, beendet die Platte nach 14 Songs mit fast zehn ekstatischen Minuten Spielzeit. Beeindruckend, dass die Band trotz vielen Besetzungswechseln und dem Tod von „Lonesome“ Dave Peverett sowie 2005 von Gitarrist Rod Price seit Jahrzehnten aktiv ist.
Nun zum Bonus aka EARL & THE AGITATORS von 2018, bei dem schon Scott Holt sang. 16 Songs lang frönt man seiner Leidenschaft für gar nicht so andere Musikstile als FOGHAT. ´Upside Of Lonely´ startet auch eher Blues rockig als Richtung Country. ´Where’s The Rock N‘ Roll´ ist ein weiterer dreckiger Rocksong.
´Guess Things Happen That Way´, ein Johnny Cash-Song geschrieben von Jack Clement, ist dann wirklich Richtung Country Rock unterwegs. ´Love Isn’t Kind´ dann sogar eine Ballade.
´Fallen Angel´ geht eher in eine Heavy-Richtung. ´Linda Lu´ ist ein Stampfer, der zum Mitsingen und Mitbangen animiert. ´Honey Do List´ setzt auf Funk. Mit ´Lonesome Train´ gibt es einen Klassiker in Neuinterpretation.
Kris Kristoffersens ´Sunday Morning Coming Down´ ist natürlich 100 % Outlaw-Country. Mit Willie Dixons ´Let Me Love You Babe´ eröffnet zum Schluss ein Reigen von Klassikern als Live Bonus-Titel. Scott Holt hält auch hier die Fäden fest in der Hand – bei ´Wild Horses´ der ROLLING STONES oder dem auch von Frankie Miller interpretierten ´Shaky Ground´. Zum abschließenden wilden Instrumental ´Peter Gunn´ darf jeder was beisteuern.
Musikalisch nicht sehr unterschiedlich zu FOGHAT, klingt ´Shaken & Stirred´ – trotz der vielen Klassiker – etwas moderner in einzelnen Songs als die Live-Platte.
(Beides: gute 7,5 Punkte)
https://www.facebook.com/Foghat
Cover-Artwork: „Live & Loud Across The USA
/ Shaken & Stirred“ von Foghat
(Cover-Design & Produkt-Visualisierung: Foghat Records
/ Metalville Art-Department / © 2026 Foghat Records)



