
PHANTOM – Not Midnight Yet
2026 (High Roller Records) – Stil: Speed Metal/Thrash Metal
PHANTOM aus Guadalajara, Mexiko liefern mit ´Not Midnight Yet´ ihr drittes Studioalbum ab und zugleich ihren ersten regulären Einstand bei “High Roller Records”.
Wer die ersten beiden Alben bislang verpasst hat, bekommt hier einen überzeugenden Grund, sich auch mit dem bisherigen Schaffen der Band zu beschäftigen. Das Quartett fängt genau jene rohe Intensität ein, die den klassischen Speed und Thrash Metal der Achtziger so reizvoll gemacht hat.

Musikalisch ist das Album ein kompromissloser Speed/Thrash Metal-Angriff mit deutlicher Old-School-Schlagseite. Messerscharfe Riffs, treibende Rhythmen und eine Gitarrenarbeit, die nahezu jede freie Sekunde nutzt, bestimmen das Bild.
Gleichzeitig zeigen PHANTOM ein deutlich reiferes Songwriting als auf vielen vergleichbaren Veröffentlichungen. Die Songs setzen nicht ausschließlich auf Tempo, sondern arbeiten immer wieder mit durchdachten Spannungswechseln, melodischen Leads und atmosphärischen Einschüben.
Gerade Stücke wie ´Out Of The Mausoleum´ oder der Titelsong zeigen, dass die Band ihr klassisches Fundament um mehr Dynamik und Struktur erweitert hat.
J.C. Garcías Gesang orientiert sich klar an der traditionellen Thrash-Schule. Seine rauen, bellenden Vocals, ergänzt durch vereinzelte hohe Schreie, werden sicher nicht jeden Geschmack treffen. Wer jedoch mit den klassischen Vertretern des Genres aufgewachsen ist, wird sich hier sofort zuhause fühlen.
Zusammen mit der starken Gitarrenarbeit von García und Harel O. entsteht genau die Energie, die diese Musik braucht.
Auch inhaltlich bleibt die Band ihrem Stil treu. Horror, Okkultismus, Vergänglichkeit und düstere Fantasymotive ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album und fügen sich stimmig in die musikalische Atmosphäre ein.
Die Produktion besitzt bewusst eine raue Note und verzichtet auf übermäßige Perfektion. Das passt hervorragend zum Material und wird zu keinem Zeitpunkt zum Nachteil. Wer authentischen Speed und Thrash Metal schätzt, bekommt hier ein Album, das die Stärken des Genres überzeugend auf den Punkt bringt und dabei dennoch eigenständig wirkt.
(8,5 Punkte)
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Pic: Official Press Photo “High Roller Records”



