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LEATHERWITCH – First Spell

2026 (Listenable Records) – Stil: Heavy Metal

CRYSTAL VIPER sind Vergangenheit, LEATHERWITCH die Zukunft, zumindest wenn es nach Bandleaderin und Multi-Instrumentalistin Marta Gabriel geht. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen, dass Marta Gabriel zweifelsfrei eine der besten und talentiertesten Sängerinnen der Metalszene ist. Das beweist sie auch eindringlich auf dem ersten LEATHERWITCH-Album `First Spell` , auf dem sie alle Instrumente selbst eingespielt hat. Zwar hat sie mit Ginor (SABBAT, METALUCIFER) und Giuseppe Taormina (ex-CRYSTAL VIPER, ELLENDE) zwei „reale“ Gäste auf dem Album spielen, aber dass sie sonst alles selbst eingespielt hat, zeugt zwar von ihrer Klasse sowie ihrem Talent, hat aber auch ein, wie sagt man so schön, „Geschmäckle“.

„True Metal“ war schon immer das Spielfeld von Madame Gabriel, dementsprechend war man auch soundlich aufgestellt. Die Produktionen waren zwar spritzig, aber dennoch eindeutig als „Old School“ zu definieren. Auf `First Spell` wirkt die Produktion deutlich moderner, trendiger würde ich fast schon behaupten. Ich gehe soweit, was natürlich zum Minenfeld werden kann, dass ich der Produktion einen typischen „Napalm Records“ Sound anheften möchte. Gerade die Drums wirken recht steril und der generelle Sound nicht wirklich organisch. Musikalisch wird klar strukturierter, überwiegend Up-Tempo Heavy Metal geboten mit den klassischen Attributen und dennoch wirkt das alles andere als originell.

Die Hälfte der Songs sind wunderbare Heavy Metal-Stücke mit klasse Gesang, sehr guten Riffs und nachhaltigen Melodien. Anderseits ist die Rezeptur der einzelnen Tracks recht ähnlich. Alleine die ersten drei Stücke, ´Heroes And The Dice`, `Beast Inside` sowie `Bound By The Night` weisen schon enorme Parallelen auf. Das teils rasende `Two Tons Of Steel` sowie `Silver Stallions` sind meine Favoriten. Letzterer Track fällt durch wirklich beindruckende Gitarrenarbeit auf, sowie unterschiedliche Geschwindigkeiten und einen hohen Ohrwurmeffekt.

Dass man dann zum Abschluß, zumindest auf der CD-Version `Walls Of Jerchio/Ride The Sky` von HELLOWEEN covert, zeigt, woher einer der markantesten Einflüsse auf dem Album stammt. Die LEATHERWITCH-Variante hat mächtig Balls und wirkt wie gemacht für Madame Gabriel. Auf der Vinyl-Version findet sich dagegen eine Coverversion von MANOWARs `Black Wind Fire And Steel`. Da hat der Herr Gemahl doch zwei Songs als Bonus ausgewählt, die bei den klassischen Metal-Fans auf fruchtbaren Boden fallen und sicher zusätzliche Aufmerksamkeit generieren.

Kurzum, ein solides, schnelles Heavy Metal-Album, das wenig Neues bietet, aber mit einigen sehr guten Songs überzeugen kann, auch wenn die Ein-Frau-Vorstellung Fragen aufwirft.

(7,5 Punkte)

https://www.facebook.com/leatherwitchofficial/


Foto: Bart Gabriel

 


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