
RPWL – World Through My Eyes – Live
2026 (Gentle Art Of Music/Believe) - Stil: Prog Rock
Mit ´World Through My Eyes – Live´ dokumentieren RPWL die Jubiläumstour zum 2005 erschienenen Studioalbum ´World Through My Eyes´. Die Aufnahmen entstanden während der Europa-Tour im Herbst 2025 und zeigen die Band erstmals konsequent als siebenköpfiges Live-Ensemble. Yogi Lang und Kalle Wallner überarbeiteten dafür große Teile der ursprünglichen Arrangements. Die Live-Versionen arbeiten druckvoller mit Gitarren, breiter angelegten Keyboardflächen und deutlich stärkerem Chorgesang durch Caroline von Brünken und Carmen Tannich. Gleichzeitig bleiben die charakteristischen Ethno-Elemente des Originalalbums erhalten, werden live jedoch homogener in den Artrock-Kontext integriert.

´Sleep´ eröffnet das Album als atmosphärischer Artrocker mit mehrstimmigem Chorgesang und zurückgenommenem Bandarrangement. ´Start The Fire´ setzt anschließend als treibender Rocker ein, mit härterem Gitarrensound und deutlich aggressiverer Rhythmusarbeit als auf dem Originalalbum. ´Everything Was Not Enough´ folgt als melodischer Artrock-Track mit klarem Wechsel zwischen ruhigen Strophen und breit aufgebautem Refrain, wobei die Background-Chöre den Refrain deutlich stärker betonen als in der Studioversion.
´Roses´ bleibt auch live eine der zentralen RPWL-Kompositionen und erscheint als melancholische Ballade mit langsam aufgebautem Spannungsbogen zwischen Keyboardmelodie und Gitarrenarbeit. Yogi Lang übernimmt den ursprünglich von Ray Wilson gesungenen Part vollständig selbst, während Caroline von Brünken und Carmen Tannich den Refrain mit mehrstimmigen Chören deutlich orchestraler ausarbeiten. Kalle Wallner erweitert das Gitarrensolo live und arbeitet mit längeren melodischen Linien.

´3 Lights´ entwickelt sich im Anschluss zu einem der dynamischsten Stücke des Konzerts und startet als ruhiger Midtempo-Track mit Piano und atmosphärischen Synthesizerflächen. Im weiteren Verlauf steigert sich der Song zu einem deutlich härteren Artrock-Finale, ergänzt durch ausgedehnte Solopassagen auf Hammond-Orgel und analogem Synthesizer. Kalle Wallner reagiert darauf mit einem erweiterten Gitarrensolo, das stärker an klassischen Progressive Rock der Siebziger angelehnt ist.
´Sea-Nature´ funktioniert danach als ruhiger Prog-Track, während ´Day On My Pillow´ als melodische Ballade mit klarer Betonung des mehrstimmigen Gesangs umgesetzt wird. Daran anschließend präsentiert sich ´World Through My Eyes´ live deutlich rockorientierter als in der Studioversion, mit härteren Gitarrenriffs und erhöhter Dynamik zwischen Strophen und Refrain. ´Wasted Land´ setzt diesen Ansatz im schweren Midtempo fort, mit dominantem Gitarrenriff und dichter Keyboardarbeit, insgesamt kompakter und direkter als auf dem Originalalbum.

´Bound To Reach The End´ zeichnet sich als epischer Track mit langen Instrumentalpassagen und mehreren Tempowechseln aus. Besonders die Kombination aus Hammond-Orgel, Synthesizerflächen und Gitarrenharmonien orientiert sich hier deutlich an klassischem Progressive Rock der frühen Siebziger. ´New Stars Are Born´ beendet das Doppel-Vinyl schließlich als Prog-Epos mit stark erweitertem Live-Arrangement, wobei besonders Kalle Wallner den Schlussteil für eines der längsten Gitarrensoli der gesamten Aufnahme nutzt.
Produktionstechnisch gehört ´World Through My Eyes – Live´ zu den stärksten RPWL-Liveveröffentlichungen der letzten Jahre.
Historisch dokumentiert das Album einen wichtigen Punkt innerhalb der RPWL-Entwicklung. ´World Through My Eyes´ markierte bereits 2005 die endgültige Loslösung vom frühen PINK FLOYD-Vergleich und etablierte den charakteristischen RPWL-Artrock mit eigenständigerem Songwriting.

Die Liveversion von 2026 verschiebt den Schwerpunkt nun deutlich Richtung Progressive Rock und melodischen Artrock mit größerer Bühnenenergie und erweitertem Bandarrangement. Gerade die siebenköpfige Besetzung verleiht den Songs heute eine deutlich größere klangliche Breite als die ursprünglichen Studiofassungen.
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Band-Pics: Felix Miller



