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THE GEMS – Year Of The Snake

2026 (Napalm Records) – Stil: Hard Rock

Was dich nicht tötet, macht dich nur härter, war und ist wohl die Devise der ex-THUNDERMOTHER-Damen, die nach ihrem Rauswurf unter dem Banner THE GEMS einen Neustart wagten. Schon mit ihrem ersten Album `Phoenix` von vor zwei Jahren sammelten sie gewaltig Punkte ein. Nein, sie kopieren nicht im Geringsten THUNDERMOTHER, sondern agieren viel trivaler, was nicht abwertend gemeint ist. Die Damen kommen schnell auf den Punkt und liefern ein weiteres Album, das einfach beste Laune versprüht.

`Year Of The Snake` ist ein Album mit mehr als einer Handvoll Hits. Man will nicht heavier wie die Konkurrenz sein, nicht technischer, nicht mehr Metal, sondern einfach gute Laune versprühen. Und dieses Album ist ein Garant für klassisches over-the-Top Hard Rock-Entertainment. Nachhaltige Melodien, einprägsame Refrains, tighte Riffs, Songs mit unverschämt viel Charme, ohne dass man die Scheu zeigt, mal hier und da zu klauen. Schwamm drüber, dafür gefallen die Songs einfach und liefern positive Vibes.

Alleine auf Seite eins, LP wird besprochen, finden sich vier Überohrwürmer, die simpel, aber brutal effizient sind. Dass man hier sogar poppige Gemeinheiten unterstellen kann, ist mehr als legitim. Ob man bei `Cloud Chaser` an JOAN JETT erinnert wird, bei `Hot Bait` ZZ TOP vor dem inneren Auge auftaucht, oder ob man mit dem Opener `Walls` etwas bei QUEEN klaut, den Mädels kann man das durchgehen lassen. Mit dem Titeltrack offeriert man eine wuchtig harte Hymne, die wie Pattex im Ohr klebt. Dass ein Großteil der Stücke sich in der hard-rockigen Vergangenheit suhlt, steht außer Frage. Ausgelutscht klingt das durch die spritzige Spielweise nicht und der „Gute Laune“-Faktor wird dadurch eher untermauert. Wobei man sich dann fragt, woher man `Gravity` kennt, dass teils wie eine Coverversion wirkt. Bei der Nummer mit am Start: ex-SABATON Tommy Johansson. Mit dem Groovehammer `Diamond In The Rough` zieht man ein echtes Ass aus dem Ärmel. Ballert perfekt! Mit `Live And Let Go` lebt der Achtziger Westküsten Hard Rock auf. Ach, wie geil.

Seite zwei baut minimal ab, hat einige Durchschnittssongs am Start, aber selbst die unterhalten satt und machen Laune, erhellen den Tag und zeigen eine Band, die selbstbewußt und energisch agiert und ihren alten Arbeitgeber teils recht blaß aussehen lässt. Hervorzuheben auf Seite zwei ist sicher `Math Ain`t Mathing`, eine klassische Achtziger Groove Nummer mit Ohrwurmpotential. Auch das rockige `Firebird` mit Mitgrölrefrain ist sehr lässig. Aber der Sieger auf Seite zwei nennt sich `Stars` und ist fast schon perfekter Hard Rock. Das treibende `Happy Water` folgt gleich danach. `Buckle Up` ist zwar nicht ganz mein Favorit, dürfte aber sicher für die breite Masse der Hit mit der höchsten Nachhaltigkeit sein. Klebt wie heißer Teer an den Fußsohlen.

Auch wenn vieles vertraut klingt, liefern THE GEMS auf ihrem zweiten Album mehr als ausgelutschte Stücke. Nein, der 14-Tracker ist großartige Hard Rock-Unterhaltung, der einen den ganzen Dreck dieser Welt vergessen lässt. Alleine schon dafür DANKE!

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/thegemsbandswe/

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