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MORK – Monolitt

2026 (Peaceville) - Stil: True Halden Black Metal

Seit der Veröffentlichung von ´Isebakke´ im Jahr 2013 hat sich MORK von einem kompromisslosen Soloprojekt zu einer festen Größe des norwegischen Black Metal entwickelt. Thomas Eriksen blieb über alle acht Studioalben hinweg der kreative Mittelpunkt, hielt unbeirrt an den Wurzeln des Genres fest und ließ dennoch mit jeder Veröffentlichung neue Facetten zu. Nach dem international erfolgreichen Vorgänger ´Syv´, der MORK bis nach Asien und Australien führte, erscheint mit ´Monolitt´ nun das bislang ambitionierteste Kapitel der Bandgeschichte.

Der Titel ist Programm. Der Monolith steht als Sinnbild für Last, Vergänglichkeit und die Unausweichlichkeit menschlicher Existenz. Isolation, Zerstörung, Transformation und Naturgewalten ziehen sich als roter Faden durch die neun Stücke, wirken dabei jedoch erstaunlich persönlich. Thomas Eriksen verlässt den klassischen Kanon aus Antichristentum und nordischer Mythologie zugunsten einer introspektiven Sichtweise.

Auch im Studio wurde ein neuer Weg eingeschlagen. Erstmals verzichtete Thomas Eriksen darauf, sämtliche Instrumente selbst einzuspielen. Für das Schlagzeug verpflichtete er den erfahrenen Asgeir Mickelson. Teilweise übernahm außerdem Live-Gitarrist Alex zusätzliche Rhythmusgitarren. Gemischt wurde das Album von Børge Finstad im “Toproom Studio”, das Mastering übernahmen Jack Control und Maor Appelbaum. Das Ergebnis besitzt Druck und ausreichend Rauheit, um die norwegische Herkunft jederzeit hörbar zu machen.

Der Opener ´Under Vekten Av Verden´ zeigt sogleich die neue Ausrichtung. Das Stück beginnt im klassischen Black Metal, wechselt früh in schwere Midtempo-Passagen und lebt von fein ausgearbeiteten Gitarrenmelodien, die sich unaufdringlich zwischen den harschen Riffs entfalten. Mit ´Ødelagt´ folgt einer der kompromisslosesten Titel. Rasende Blastbeats treffen auf dissonante Gitarrenfiguren und werden immer wieder von schweren Rhythmusblöcken unterbrochen.

´Torden´ verbindet nordische Melodik mit enormer Wucht. Die Gitarren arbeiten sich an eingängigen Motiven entlang, während das Schlagzeug konstant Druck aufbaut. Trotz hoher Geschwindigkeit bleibt jede Instrumentenspur klar nachvollziehbar. Mit ´Skrømt´ folgt ein Rückgriff auf klassischen norwegischen Black Metal. Kalte Tremolo-Riffs dominieren das Geschehen, bevor sich erneut schwere Midtempo-Passagen einschieben und dem Song zusätzliche Substanz verleihen.

Zu ´Ferdamann´ entfalten sich melancholische Gitarrenlinien über einem schleppenden Rhythmus und wecken Erinnerungen an ENSLAVED oder die ruhigeren Momente von WINDIR. Hernach wechseln bei ´Inn I En Annen Sfære´ ruhige Passagen mit technisch anspruchsvollen Rhythmusfiguren, ehe sich die Musik wieder in kalten Black Metal entlädt. Dagegen trägt ein markantes Hauptriff den Song ´Martyr´, der durch seine rotzige Black-’n’-Roll-Attitüde besticht.

´Jutul´ kombiniert hektische Ausbrüche mit überraschend offenen Harmonien. Gerade in diesen Momenten zeigt sich, wie weit sich MORK inzwischen vom reinen Traditionalismus entfernt haben, ohne den Bezug zur norwegischen Schule zu verlieren. Das Finale übernimmt ´Utryddelse´. MORK kehren bewusst zu den Ursprüngen zurück. Kalte Riffs, karge Atmosphäre und kompromisslose Direktheit schließen das Album mit einem deutlichen Verweis auf die Wurzeln des Projekts ab.

Im direkten Vergleich zu ´Syv´ fällt der Entwicklungsschritt deutlich aus. Thomas Eriksen verzichtet auf übertriebene Raserei und setzt verstärkt auf schwere Grooves sowie atmosphärische Kontraste. Dadurch wirkt das Album kompositorisch vielseitiger.

Historisch gehört MORK längst zu jener Generation norwegischer Bands, die den klassischen Black Metal erfolgreich ins neue Jahrzehnt geführt haben. Während Gruppen wie DARKTHRONE den traditionellen Minimalismus pflegen und ENSLAVED progressive Wege beschreiten, positionieren sich MORK zwischen beiden Polen. ´Monolitt´ übernimmt die Kälte der frühen Neunziger, ergänzt sie um moderne Produktionsstandards und erweitert das Klangbild mit kontrollierten Einflüssen aus Doom Metal und klassischem Heavy Metal.

´Monolitt´ ist das bisher mutigste Werk von MORK. Der Verzicht auf vollständige Eigenkontrolle im Studio verleiht den Kompositionen hörbar mehr Dynamik, ohne die Identität der Band anzutasten. Thomas Eriksen beweist eindrucksvoll, dass norwegischer Black Metal auch 2026 neue Akzente setzen kann, wenn starke Kompositionen, präzise Produktion und musikalische Konsequenz zusammenfinden.

(8,5 Punkte)

https://www.facebook.com/MORKOFFICIAL/

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