
LIVEWIRE – Steel Surpasses Flesh
2026 (Independent Release) – Stil: Speed Metal
Australiens LIVEWIRE legen mit `Steel Surpasses Flea` ihr zweites Studio-Album vor. Während man in Australien das Teil selbst veröffentlicht hat, gab man eine Lizenz an das peruanische Label „Black Legion Records“, die das Album in einer 300er Auflage auch international anbieten.
Namensfetischisten wird sofort der Name des Drummers, George Delinicolis, ins Auge stechen, ist er doch auch bei den mächtigen MORTAL SIN am Drumkit. Interessant auch der Umstand, dass die Band eine enge Verbindung zu den Peruanern von HYENA haben. Spielten doch Delinicolis, Basser/Sänger Wilks und Gitarrist Puglia kurzfristig im Live-Line-up von HYENA!
Der Bandname LIVEWIRE suggeriert auf musikalischer Ebene einen Stil, der eher dem australischen Pub Rock aka AC/DC nahe steht, als einem traditionellen, speedigen Heavy Metal-Sound. Das aber bietet das Album: schneller, fast schon speediger Heavy Metal mit einem höheren Gesang und einen ganzen Betonladung Old School Metal. Ganz in der Tradition von Truppen wie eben HYENA, AXXION, IRON CURTAIN, STALLION oder etwa RIOT V.
Dass die Songs nachhaltig sind, hat sich auch nach dem zehnten Durchgang nicht bewahrheitet. Keine Frage, Gesang, Gitarren, etc. alles gut, aber eben auch schon zig-Male gehört in den letzten 40 Jahren. Gut gemacht, Herzblut drin, aber eine eigene Identität vermisst man eben. Dabei haben Nummern wie `Demon Witch`, `All Consuming Nightmare`, `Lightspeed Crazy` oder `Speed Kills` alle Zutaten, die es in diesem Genre braucht. Mit dem Titeltrack bricht man zwar nicht aus dem Schema aus, aber hier wirkt die Band deutlich heavier, aggressiver, was ihr gut bekommt. Die Produktion ist geschmeidig an die schnellen Stücke angepasst. Könnte für meine Begriffe allerdings ein paar Ecken und Kanten mehr haben. Da hat man die Kanten etwas zu glatt geschmirgelt, um die melodischen Effekte in den Vordergrund zu bringen. Nett, aber irgendwie auch harmlos. Mit Sänger Nick Wilks, der auch den Bass zupft, hat man ein gutes Ass im Ärmel, der stimmgewaltig und gerade bei den langgezogenen Screams Standing-Ovations verdient.
Warum man die beiden Songs `Venom Lord` sowie `Turbo Shark` als Bonus-Tracks aufführt, bleibt ein Rätsel. Eventuell, weil man das Album zuerst nur digital mit neun Songs zum Download angeboten hatte?
Kurzum, wer auf speedigen Heavy Metal mit melodischen Elementen steht, der ist beim zweiten Album der Australier richtig. Das Album gibt es über Bandcamp oder eben über die Peruaner.
(7,5 Punkte)
https://www.facebook.com/livewiresydney/
https://livewire.bandcamp.com/album/steel-surpasses-flesh
https://blacklegionrecs.bandcamp.com/album/steel-surpasses-flesh
(Artwork & Design: Hyam Cacerez /
© 2026 Black Legion Records)



