
Es gibt neben dem schon besprochenen Box-Set zwei limitierte Doppel-LPs. Eine exklusive blaue Vinyl-Ausgabe über ausgewählte Shops mit dem Original Cover von David Wedgbury, das u.a. in UK und Deutschland benutzt wurde, und eine grüne Variante mit dem Original US-Coverartwork, dem Ford Model T auf einer unbekleideten Frau.
Die Doppel-LP enthält das Originalalbum sowie einen brandneuen Stereo-Mix von Richard Whittaker. Die Original-LP ist bekannt und jetzt neu remastert. Sie hat mich schon beim ersten Hören tief beeindruckt und ist an anderer Stelle besprochen (siehe hier).
Hier trotzdem noch einmal die wichtigsten Infos: Eric Bells kraftvolle Gitarre, kombiniert mit dem makellosen Schlagzeugspiel des jungen Brian Downey und dem bereits sehr ausgereiften Gesang und Bassspiel des jungen Genies Philip Lynott, ergibt ein Album, das nun vielleicht die Chance hat, noch umfassender gewürdigt zu werden.

Es ist ein beeindruckendes Debüt des jungen Songwriters Philip Lynott. Autobiografische Songs wie ´Clifton Grange Hotel´ – über das Hotel seiner Mutter Philomena, ein Treffpunkt für Musiker, Künstler und Mafiosi – oder ´Saga Of The Ageing Orphan´, das von seiner Kindheit erzählt, sind wirklich sehr hörenswert.
Ebenso wie seine Liebe zu Irland in ´Eire´. Oder seine ersten Liebeserfahrungen, wie in ´Remembering´. Der Song über seine damalige Freundin Gale Claydon in ´Look What The Wind Blew In´. Frühe Songs über sein Leben als kommender „Womanizer“, wie zum Beispiel ´Honesty Is No Excuse´. Das Album war ein starkes Debüt. Einflüsse von Van Morrison sind hörbar. Eine junge, noch etwas naive, aber hungrige Band.

Auf der zweiten LP gibt es einen komplett neuen Stereo-Mix, der direkt von den originalen Multi-Track-Bändern angefertigt wurde, abermals durch Richard Whittaker. Nun, Richard hat hier wirklich gute Arbeit geleistet, genau wie schon bei ´The Acoustic Sessions´ und den ´New Day´-Titeln auf dem Box-Set.
Der Mix ist sehr klar, kraftvoll und bietet eine gelungene Alternative zum Originalsound, der, insbesondere angesichts der Produktionsbedingungen, ohnehin schon sehr gut ist. Die Hinzufügung von Hintergrundgesang bei ´Saga Of The Ageing Orphan´ ist letztlich Geschmackssache, sonst ist es sehr authentisch.

Als Einstieg in das unterbewertete THIN LIZZY Debüt-Album sind die beiden Veröffentlichungen sehr zu empfehlen. Die Erstausgaben aus 1971 sind auch wirklich sehr hochpreisig, die Pressung von 2019 ist auch noch ganz gut. Es gibt eine US-Pressung von 2012 über “Light In The Attic”, die audiophil als auch von der Ausstattung vorbildlich ist. Der Sound und die Pressqualität dieser beiden neuen 2026er Doppel-LPs sind aber auch sehr gut.
(Klassiker in doppelter Form)



