
TELOMYRAS – Duskfall
2026 (Independent) - Stil: Heavy Metal / Thrash Metal
TELOMYRAS sind eine fünfköpfige Heavy Metal-Combo aus Seattle, die nach Demo und EP jetzt einen Longplayer veröffentlicht hat. Ja, auch hier steht einmal mehr der klassische Metal und Thrash Metal Pate. Harte Riffs im Vordergrund im Doppelpack. Eine talentierte Sängerin zwischen Gesang und Growls. ´Reckoning´ hat auch ein paar psychedelische Elemente. ´Burden´ ist genauso unvermittelt und direkt wie der Opener. Sammie Gorham heißt die Sängerin und sie hat meiner Meinung nach eine interessante Stimme. Sie hat es aber nicht immer leicht gegen die dominanten Riffs ihrer Musikerkollegen. Breaks und schnelle Wendungen sorgen für die notwendige Variabilität, führen bei der Hörerin / dem Hörer aber auch zu einer gewissen Orientierungslosigkeit während dem Musikgenuss.
Vielleicht werde ich im Alter sensibler, aber mir fehlt bei vielen der letzten Metal-Alben ein wenig der strukturelle Aufbau unter den musikalischen Spitzen. Zu viel Power und Energie und zu wenig Struktur scheint bei mir auf die Dauer zu gewissen Ermüdungserscheinungen zu führen. So auch hier im Falle von TELOMYRAS.

´Witch´ ist gekennzeichnet durch Thrash-Riffs und den hier mysteriösen Gesang. Ist aber auch wieder ein wenig unstrukturiert nach meinem Dafürhalten. ´Attrition´ kann mit spannenden Vokalparts im Hintergrund aber eindeutig punkten. Sängerin Sammie Gorham ist für mich der entscheidende Punkt, der heraussticht und die in ihrer Originalität hin und wieder ein klein wenig an die großartige Dawn Crosby (DÉTENTE, FEAR OF GOD) erinnert. Ihr Gesang ist aber (wie so oft) Geschmackssache.
´The Altar´ verfolgt auch eine Art “rote Linie” und kann deshalb gut gefallen. Der Titelsong erinnert zu Beginn an METAL CHURCHs ´We Watch The Children Pray´ und ist eine ordentliche Ballade, die für Abwechslung sorgt. Gelungen. Das atmosphärische ´Despondence´ leitet zum mysteriösen Finale ´Begin The End´ über, das noch einmal richtig bei mir punkten kann.
TELOMYRAS sind durchaus eine Band mit Potenzial und guten Ansätzen. Teilweise wird durch Härte und scheinbar beliebige Breaks etwas der dynamische Aufbau der Songs genommen. Die Produktion klingt in der digitalen Vorabversion etwas übersteuert und eher mittelmäßig.
Aber die Band hat einen Schuss Originalität, vor allem Dank der Vokalperformance von Sammie, die aber sicher auch polarisieren wird. “Originalität” ist bei den gerade massig auf den Markt drängenden Metal-Bands der neuen Generation eher die Ausnahme. ´Attrition´ und ´Begin The End´ sind meine Anspieltipps. Die Band kann mit stärkerer Produktion und einem konsequenteren Songwriting sicher noch viel besser werden.
(7,5 Punkte)
https://www.facebook.com/Telomyras
Pic: Samantha Jones



