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THE SPACELORDS – Uranus Omnibus Sanctus

2026 (Tonzonen Records/Cargo Records) - Stil: Space Rock/ Psych Rock

Ausgerechnet aus den Monaten, in denen für THE SPACELORDS kaum etwas glattlief, ist eine Platte hervorgegangen, die vor Lebenswillen förmlich vibriert.

Seit 2008 zieht diese Band ihre Bahnen durch den Space Rock. 2010 erschien das Debüt, zwei Livealben kamen über die Jahre hinzu, und mit ´Uranus Omnibus Sanctus´ steht nun Studioalbum Nummer neun im Regal. Man könnte meinen, nach so langer Zeit liefe alles wie von selbst. Das Gegenteil war der Fall. Harte Schläge im privaten Leben und eine Kette technischer Missgeschicke haben der Band während der Arbeit an diesen vier Stücken alles abverlangt, und dieser Trotz hat sich tief in die Musik eingeschrieben.

Matthias „Hazi“ Wettstein an der Gitarre, Marcus „Mudge“ Schnitzler an Schlagzeug und Percussion und Ekhard „Akee“ Kazmaier am Bass bilden die Stammbesatzung dieses Raumschiffs. Als Gast ist Didi Holzner mit an Bord, dessen Orgel wie ein Polarlicht über den Grooves flackert. Den letzten Schliff besorgte Joachim „Eroc“ Ehrig, einst Schlagzeuger von GROBSCHNITT und längst als Masteringexperte eine Instanz.

Der Titelsong öffnet die Luke ohne Eile. Er lässt sich Zeit, Atmosphäre aufzubauen, und entwickelt sich nach und nach zu einem schweren, psychedelischen Sog. ´Survive To Win´ ist das Glaubensbekenntnis dieser Platte. Wer nach einer solchen Krisenzeit einen Song so nennt, meint das ernst. Das Stück wirkt wie ein Marsch durch Gegenwind, beharrlich und unbeirrbar.

Fast eine Viertelstunde nimmt sich ´Whales´ Zeit, und hier passiert etwas Unerwartetes. Marcus „Mudge“ Schnitzler holt die Congas hervor, und plötzlich bekommt der Space Rock einen Puls, der eher an ein nächtliches Ritual erinnert als an eine Rockshow. Den Abschluss bildet ´On The Verge Of Delirium´, das eigenwilligste Stück der Platte. Kreisende Gitarrenschleifen treffen auf einen schleppenden, beinahe elektronisch anmutenden Beat. Damit wagen sich THE SPACELORDS ein gutes Stück aus ihrer gewohnten Umlaufbahn hinaus, und es steht ihnen erstaunlich gut.

Wer bei dieser Band nach schnellen Hooks sucht, ist ohnehin falsch abgebogen. ´Uranus Omnibus Sanctus´ verlangt Zeit und die Bereitschaft, sich treiben zu lassen. Wer beides mitbringt, erlebt eine Band, die ihren Sound nicht neu erfindet, ihn aber mit dem Conga-Ritual in ´Whales´ und einem experimentierfreudigen Ausklang spürbar weitet. Drei Freunde hätten nach diesen Monaten aufgeben können. Stattdessen haben sie eine ihrer lebendigsten Platten aufgenommen.

Erhältlich ist das Album als CD im Digipak und als LP auf gelborangenem Corona Vinyl mit Poster und Downloadkarte.

(8 Punkte)

https://facebook.com/the.spacelords

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