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RINGLORN – The Queen Of Wildred

2026 (Steel Gallery Records) - Stil: Heavy Metal

Mit ´Tales Of War And Magic´ hatten RINGLORN bereits im vergangenen Jahr ein Debüt vorgelegt, das tief im klassischen Epic Metal verwurzelt war und dennoch ausreichend Eigenständigkeit besaß, um innerhalb der europäischen Underground-Szene sofort Aufmerksamkeit zu erzeugen. ´The Queen Of Wildred´ knüpft genau dort an. Die Band bleibt ihrem Sound treu, ohne den Geist jener alten Achtziger-Aufnahmen zu verlieren, die bis heute wie geheime Schwurformeln unter eingefleischten Heavy Metal-Anhängern weitergereicht werden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die neue Besetzung. Bassist Gabriel Leirbag hält das Fundament zusammen, während Mark J. Dexter mit seiner markanten Stimme endgültig zur zentralen Figur dieser Formation wird. Sein Gesang trägt die Songs mit jener heroischen Wucht, die man von frühen US-Metal-Veröffentlichungen kennt, irgendwo zwischen OMEN, MANILLA ROAD und den ersten BATTLEROAR. Dazu kommt Gitarrist Spiros Rizos, dessen Spiel das Album entscheidend prägt. Seine Leads ziehen mal hymnisch, mal aggressiv und dann wieder mit leicht orientalischer oder progressiver Färbung durch die Stücke.

Schon ´War Prelude´ eröffnet das Album wie der Vorspann eines Metal-Epos. Ohne weitere Einleitung folgt ´Heavy Metal Swords´, ein klassischer Uptempo-Metal-Song mit galoppierenden Rhythmen, kraftvollen Chören und einem Refrain, der sofort nach erhobenen Fäusten verlangt. ´Hildr´ setzt im Anschluss stärker auf lang gezogene Melodiebögen. Die Strophen wirken fast beschwörend, ehe der Song gegen Ende in einem hymnischen Finale kulminiert. Mit ´Guardians Of The Black Cross´ liefern sie klassische Riff-Attacken. Schwere Midtempo-Riffs treffen auf heroischen Gesang und einen Refrain, der wie ein alter Schlachtruf wirkt.

In ´Ira Sacra´ jubeln die Gitarren regelrecht gegen den Gesang an, besonders im Refrain entsteht dieses herrlich überzeichnete Gefühl von okkultem Achtziger-Metal, irgendwo zwischen satanischem Theater und klassischem Underground-Heavy Metal. ´Drachenorden´ führt die Platte mit stampfendem Rhythmus durch ihre mittelalterlich geprägte Fantasy-Welt. ´Die In The Night´ überzeugt zudem mit schnellen Riffs und klassischem Metal-Flair, das direkt an europäische Underground-Veröffentlichungen der mittleren Achtziger erinnert. Das Finale bildet schließlich das über acht Minuten lange Titelstück ´The Queen Of Wildred´. Ein ruhiger Klaviereinstieg eröffnet den Song, ehe er sich langsam zu einem großen Epic Metal-Finale entfaltet.

RINGLORN gelingt mit ´The Queen Of Wildred´ ein Album, das tief in der Tradition des klassischen und kauzigen Epic Heavy Metal verwurzelt bleibt. Wer seit Jahren mit MANILLA ROAD, OMEN, WOTAN oder frühen BATTLEROAR-Platten lebt, dürfte hier schnell heimisch werden. Diese Songs wollen Schwerter heben, alte Geschichten erzählen und mächtige Refrains feiern.

(8 Punkte)

https://www.facebook.com/ringlorn.506279

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