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BATTLEROAR – Petrichor

2026 (No Remorse Records) - Stil: Epic Metal

Mit BATTLEROAR kehrt eine der konstantesten Größen des europäischen Epic Metal zurück – und das nach acht Jahren Funkstille seit ´Codex Epicus´. In einer Szene, die oft von schnellen Releases lebt, wirkt diese lange Pause fast zukunftsträchtig. Denn die Athener Band nahm sich genügend Zeit, um mit ´Petrichor´ ein Werk zu formen, das von all ihrer Erfahrung und ihrem musikalischen Selbstverständnis geprägt ist. Der Titel selbst verweist auf den Geruch von Regen nach langer Trockenheit – ein treffendes Bild für dieses Comeback.

Die in der Zwischenzeit erfolgten personellen Umbrüche sind allerdings erheblich, geblieben ist im Kern nur Gitarrist Kostas Tzortzis, flankiert von Violinist Alex Papadiamantis, dessen Spiel erneut zum prägenden Element wird. Mit Michael Karasoulis am Mikrofon gelingt der Band jedoch ein kleiner Glücksgriff. Seine Stimme trägt Pathos und eine raue Wärme, die den Songs eine frische Autorität verleiht. Produziert von Kostas Tzortzis, aufgenommen unter der Leitung von Thimios Krikos, Stamos Vasilakis und Stathis Pavlantis und veredelt durch das Mixing und Mastering von Arthur Rizk, präsentieren BATTLEROAR einen kraftvollen und ausgewogenen Sound.

Der Einstieg über ´The Last Mythkeeper´ ähnelt einer feierlichen Eröffnung. Gedämpfter Regen, eine tiefe Sprecherstimme, ein kurzer Moment der Sammlung, doch dann reißt ´The Missing Note´ den Hörer an sich. Schweres Midtempo, präzise gesetzte Riffs und ein erzählerischer Aufbau. Anschließend setzt die Violine von Alex Papadiamantis in ´Atē, Hybris, Nemesis´ früh ihre Akzente, greift antike Motive auf und verleiht dem Song eine mediterrane Färbung. Der Song wächst über mehrere Passagen hinweg, wechselt zwischen getragenen Momenten und kraftvollen Ausbrüchen und entfaltet dabei eine epische Erzählkraft, die tief in der Tradition von Bands wie MANILLA ROAD verankert ist. Mit ´Legacy Of Suffering (Flagellants)´ folgt ein düsterer, schwerer Song, der sich stärker auf Atmosphäre und Bildsprache konzentriert. Die Geige tritt erneut hervor, begleitet von wuchtigen Gitarren.

´The Earth Remembers, The Rain Forgives´ verbindet treibende Passagen mit hymnischen Refrains, die sofort hängen bleiben. Michael Karasoulis steigert sich hörbar, während die Violine immer wieder als verbindendes Element auftaucht. ´What Is Best In Life?´ beginnt fast bedächtig, bevor sich der Song langsam aufrichtet. Überraschend rückt hier die Violine in den Mittelpunkt und übernimmt ein längeres Solo. ´Chaosbane´ wirkt danch wie ein Ausbruch. Nach einem ruhigen Beginn setzt ein markantes Riff ein. Der Song verbindet sodann klassische Epic Metal-Strukturen mit einer erzählerischen Wucht, die gut zu den bekannten Motiven rund um Elric von Melniboné passt. ´Wield The Myth´ besitzt letztlich einen erdigeren Klang und erinnert stellenweise an die NWoBHM, samt Headbanger-Passage.

Über die gesamte Spielzeit baut sich ein hellenisches Werk auf, das ganz auf Dramaturgie setzt. Viele Songs entwickeln sich langsam und entfalten ihre Qualität erst mit der Zeit. Der Einsatz der Violine schenkt dem Album eine eigene Note, ohne in Folk-Klischees abzurutschen. Gleichzeitig bleibt die Basis fest im klassischen Epic Metal verankert, mit deutlichen Verweisen auf OMEN, MANOWAR und WARLORD. Die Rückkehr von BATTLEROAR nach so viele Jahren darf daher beklatscht werden.

(8 Punkte)

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(VÖ: 24.04.2026)

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